Jahreswechsel
Eigentlich gibt es gewisse Dinge, auf die man sich verlassen kann. Dazu gehören die Jahreszeiten ... dem Kalender nach. Doch sehr oft enttäuschen sie die in sie gesetzten Erwartungen. So wird aus einem kernigen Winter gern mal ein armseliges verregnetes oder neblig-trübes Etwas. Skisport ohne Beschneiungsanlagen ist ohnehin kaum mehr vorstellbar. Und lässt sich die weiße Pracht in echt sehen, dann zumeist nur für kurze Zeit. Lädt jedoch an solchen Tagen die Sonne zu idyllischen Spaziergängen ein, sind folgerichtig Zufahrtsstraßen wie Parkflächen überfüllt. Doch sind diese wenigen Stunden derart schön, dass sie alle Widrigkeiten vergessen lassen.
Braunlage bot dieses Weihnachten auch einen Wintermarkt auf der Neuen Mitte an. Dort, wo ehemals das legendäre Hotel "Brauner Hirsch" klick stand. Das bunte Treiben soll noch bis Ende Janaur 2026 die Besucher erfreuen. Ferner stellte ich zu Weihnachten ein Video (2:20Min) über den Braunlager Kurparkteich ein.
Erinnerungen an Werner Bothe und Willi Heindorf
Werner Bothe und Willi Heindorf standen in ihrer Heimatstadt Braunlage für eine aktive Brauchtumspflege. Insbesondere hielten sie das gesprochene Braunlager Platt lebendig, welches sie gern auf Veranstaltungen des Harzheimatvereins oder im Rahmen von Aufführungen für Urlaubsgäste darboten. Im Oktober 2025 hieß es nun leider von Werner Abschied zu nehmen, nachdem Willi bereits vor einigen Jahren verstorben war.
2015 traf ich mich mit Beiden, um ihre sogenannten Stipstöreken in Braunlager Mundart mit der Kamera aufzunehmen. Darüber hinaus erzählt Werner auf heitere und informative Art über die Quellen der heimischen Mundart, trägt ein Gedicht vor und erinnert an die von seinem Vater gegründete und von ihm weitergeführte Tankstelle gegenüber der evangelischen Kirche.
Zu den Videos (und mehr) klick hier
Bunte Mischung
Turbulenzen
In heimischen Gazetten war dieser Tage zu lesen, dass die Existenz der Harzer Schmalspurbahnen in heutiger Form ernsthaft gefährdet ist. Strecken und Fuhrpark müssen umfassend saniert werden, um das umfangreiche Schmalspurnetz von über 140 km zu erhalten. Bringen die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen nicht genügend Mittel zusammen, stünden Stilllegungen aus Sicherheitsgründen an.
Die HSB ist zweifellos die populärste Tourismusattraktion im Harz. Dennoch fuhr das Unternehmen 2023+24 Verluste in Millionenhöhe ein. Für den Ausgleich müssen ebenfalls die Länder sorgen. Woher nehmen angesichts klammer Kassenlagen?
Daher erstaunte mich bereits letztes Jahr der Optimismus über einen möglichen Ausbau der HSB-Verlängerungsstrecke von Elend nach Braunlage, denn schon die Finanzierung für die erforderliche Machbarkeitsstudie bedurfte einiger Kraftanstrengung. Bei allem Respekt vor den gutgemeinten Anstrengungen: nur beim ersten Versuch 1992/93 im allgemeinen Freudentaumel über die Wiedervereinigung wäre m.E. eine Umsetzung möglich gewesen.
Stattdessen wird die Ausdünnung des Streckennetzes immer realer. Am langen Ende werden wohl nur die Brockenstrecke von Wernigerode mit dem Zubringer aus dem Südharz „Eisfelder Talmühle“ verbleiben.
Am 20.September 2025 präsentierte die HSB am Westerntor in Wernigerode ihre neue Dampflokwerkstatt im Rahmen einer allgemeinen Werkstattbesichtung. Bereits 2012 bot die HSB eine umfangreiche Ausstellung und Vorführung zum 125 Jubiläum an. Siehe hier
Spielbetrieb eingestellt...
Hier die schlechte Nachricht: mangels Spieler stellt der SV Braunlage seinen Spielbetrieb im Herrenbereich zum Juli 2025 ein. Damit endet eine lange und große Tradition, welche 1921 mit der Vereinsgründung begonnen hatte. Auf die Vereinsgeschichte verweist umfassend die Festschrift von 2021 klick
Insbesondere in den Nachkriegsjahren brachte der SVB gute Mannschaften zusammen. Hierneben einige Fotos aus der Sammlung von Ecki Friedrich.
1964 wurde die A/B-Jugend des SV Braunlage zu einem Freundschaftsspiel nach Berlin eingeladen. Gerhard "Menne" Kühnhold war mit dabei und erinnerte sich an den (damals) aufregenden Trip der Provinzler in die geteilte Stadt. Das Video (Foto anklicken) hat eine Laufzeit von 7:40 Min. -------Hier noch die pdf-Vorlage zum Video klick
Ausstellung Karin Székessy
Eine besondere Ausstellung war von Mai-Juli 2025 in der Kunsthalle der Kultur-Bäckerei in Lüneburg zu sehen: die Retrospektive des Werks von Karin Székessy, einer der wichtigsten deutschen Fotografinnen der Nachkriegszeit. Sie wurde 1938 in Essen geboren, absolvierte in München ein Studium der Fotografie und arbeitete zunächst als Reportagefotografin in Hamburg, später als freie Fotografin für renommierte Medien wie das ZEIT-Magazin. In den 70er Jahren begann die gemeinsame künstlerische Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann und Maler Paul Wunderlich. In den folgenden Jahren porträtierte sie u.a. berühmte Persönlichkeiten wie Beuys und Meret Oppenheim, er
stellte Buchillustrationen sowie über 400 Coverfotos für den Ullsteinverlag.
Schwerpunkt des Werks von Székessy allerdings sind ihre Aufnahmen von Frauenkörpern, meist als Akte, die sie bereits in den prüden 50er Jahren trotz der damaligen Moral und Zensur aufnahm.
Die Fotografien sind meist in Schwarz-Weiß gehalten, mit Licht und Schatten spielend, teils wie angedeutet, manchmal surreal, intim, immer respektvoll und mit „schwesterlichem Blick“, wie Székessy selbst sagte. Ich habe einige ihrer Werke fotografiert und in einem kurzweiligen Video verpackt... Lfzt. 2:30 Min.
Leider war diese Ausstellung gleichzeitig ihre letzte zu Lebzeiten, denn kurz nach Eröffnung verstarb die Künstlerin in Hamburg.
Alte Bahnstrecken
In der Nachkriegszeit fielen viele historische Harzer Bahnstrecken dem Rotstift zum Opfer. Zumeist verhinderte nur der Güterverkehr eine noch frühere Stilllegung. Bereits 1963 beispielsweise hatte die Südharz-Eisenbahn, welche von Braunlage über Wieda nach Walkenried führte, ihren Betrieb eingestellt. Gegenüber dem schnelleren und flexibleren Autobus bzw. LKW auf nunmehr ausgebauten Straßen war die Bahn auf Dauer chancenlos.
Im Mittelpunkt der heutigen Betrachtung steht die Bahnstrecke von Elbingerode nach Königshütte - eine Teilstrecke auf dem früheren Abschnitt Tanne-Blankenburg (siehe Streckenplan klick). Am 29.5.1999 wurde zunächst der Personenverkehr eingestellt. Ich war an diesem Tag im Mittagszug unterwegs und filmte die gesamte Strecke. Die endgültige Stilllegung (Güterverkehr) dieses Streckenabschnitts erfolgte am 31.8.2000.
(siehe HD-Film Lfzt.11:00 Min.- bitte Foto anklicken!)
Zwischen den genannten Orten liegt das Kalkwerk Hornberg - heute im Besitz der Felswerke. Der Abtransport nach Blankenburg findet weiterhin per Gleis statt.
Harz im Niedergang?
Der NDR sendete in der letzten April-Woche einen Bericht unter dem Titel: "Harz im Niedergang". Dies brachte Stimmung in das Gebirge. Besonders für den Westharz bestünde demnach kaum noch Hoffnung auf Besserung. Viele Unterkünfte wirken wie aus der Zeit gefallen, hieß es.
Das Echo darauf anhand von Leserbriefen in der GZ fiel unterschiedlich aus, während die Harzer Tourismus-
Verantwortlichen auf stabile Übernachtungszahlen verwiesen.
Doch dürften die Glanzzeiten erstmal vorbei sein. Ein wichtiger Fakt ist leider die katastrophale Situation der Harzer Waldgebiete. Daher kreierte ich einmal für Braunlage ein neues Stadtwappen ..bitte Foto anklicken
Die Seelenjäger
Goethes “Faust“ gehört zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Im Grunde arbeitete der Dichterfürst ein Leben lang an diesem Werk. 1772 begann er mit dem Urfaust, welcher posthum 1887 erstveröffentlicht wurde. Der Tragödie erster Teil „Faust I“ erschien 1808, der zweite Teil in seinem Sterbejahr 1832.
Der Stoff ist jedem Interessierten bekannt. Richtig populär wurde im Laufe der Zeit die Szene „Walpurgisnacht“. Unterwegs zum Blocksberg, einem Felsen im Harzgebirge, möchte Mephisto den wankelmütigen Faust endgültig auf seine Seite ziehen. Nun weiß Mephisto natürlich, dass allein der Anblick des Felsens für diesen Plan kaum ausreichen dürfte. Er setzt daher auf das heidnische Fest, das dort am 30.April zelebriert wird. Von einem Irrlicht geführt erreichen sie die Stätte und tauchen unter im Getümmel von lüsternen Hexentänzen.
Im Harz wird das tolle Treiben jährlich an verschiedenen Orten nachgestellt.
Eingebettet zwischen den Szenen „Walpurgisnacht“ und „Trüber Tag“ liegt der „Walpurgisnachttraum“. Sie fügt sich nicht homogen in die Handlung des Stückes ein, und so folgen Faust und Mephisto auch mehr regungslos dem Geschehen. Es ist also mehr ein Stück im Stück und wohl angelehnt an Shakespeares „Sommernachtstraum“
In den 80er Jahren schrieb ich drei Folgen von „Die Seelenjäger“, welche wir vom MTS aufnahmen und erfolgreich auf Kassetten/CDs vertrieben. Ein Fantasiestück sozusagen mit humorvoll-heiterer Auslegung des „Walpurgisnachttraumes“, wenn man so will. Zugebenermaßen hatte ich damals den Faust schon aus Hochachtung vor dem gewaltigen Werk gar nicht im Sinn - bis eben auf das von Laien aufgeführte Walpurgisspektakel vor Ort.
Wie ließ Goethe in der "Walpurgisnacht-Szene“ den Servibilis zu Mephisto so trefflich sagen:
Ein Dilettant hat es geschrieben,
Und Dilettanten spielen's auch.
Verzeiht, ihr Herrn, wenn ich verschwinde;
Mich dilettiert's, den Vorhang aufzuziehn.
Erinnerungen
Im Nachlass des Braunlager Heimatfilmers Achim Winkel fanden sich historische Filmaufnahmen vom Auftritt der Braunlager Bergfinken bzw. des Harzklubs aus den 70er Jahren, welche ich überarbeitete.
Mehr Infos zu Achim Winkel klick hier
Dazu passend ein historisches Foto der Braunlager Bergfinken von ihrem großen Auftritt 1963 in Berlin im Ernst-Reuter-Saal.
Wolfram Ames verstorben
Am 23.02. 2025 verstarb Wolfram Ames im Alter von 91 Jahren. In meinem Videoporträt von 2023 erinnerte sich der Graveurmeister und Kunstmaler noch einmal an die Stationen seines Lebens ... klick hier
Als Winter noch Winter waren
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1) Winterfreunden 60er Jahre--Video 3:45 Min.-- 2) Winterfreuden 70er Jahre--Video 9:50 Min--.-- 3) dagegen Winter 2025 ------ 4) 60er Jahre Abenteuerlust oder Fake?
Neue Hörspiele
Hörspiele faszinierten mich bereits in ganz jungen Jahren. 1978 schrieb ich mein erstes von insgesamt neun Hörspielen, welche ich mit Akteuren des Braunlager Hörspielvereins "Mülltonnensender" aufnahm und vertrieb. 1994/95 kam es zur ersten professionellen Produktion. Heinz-Jörg Fulst und ich verfassten eine Radioserie von insgesamt 100 Folgen - produziert vom Saarländischen Rundfunk in Kooperation mit Radio Brocken. Eine Hauptrolle sprach übrigens Harald Krassnitzer. 2000 präsentierte ich eine Sketch-CD mit Schauspielern des Nordharzer Städtebundtheaters - später im Vertrieb vom Deutschen Theaterverlag. 2008 kam mein Kurzhörspiel "Die Rosstrappe" im Rahmen der Leipziger Buchmesse ins Finale des Hörspielwettbewerbs. Mit der Präsentation zwei meiner Stücke im Schweizer Rundfunk 2019 und 2021 wurde es dann sogar international.
2023 begann ich mit der Erstellung und Umsetzung von insgesamt vier neuen und selbstproduzierten Hörspielen, bei denen ich stilistisch mehr den Erzähler in den Mittelpunkt rückte. Drei davon präsentiere ich nun hier: (mehr Infos unter Audiothek)
"Das Casting" -- "Folgen einer Redensart" -- "Die Abrechnung".
Wintersportvergnügen - einst - und die Geschichte der bekanntesten Harzer Fichte
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--als der Skilauf den Harz eroberte--
.NDR-Reportage 60er--
--KAMELFICHTE-bekannteste Harzer Fichte
Erfreuliche Zahlen
In den vergangenen zwei Jahren verzeichnete diese Webseite insgesamt mehr als 250. 000 Besucher!! Bedeutet einen Durchschnitt von täglich 350 Aufrufen. Der große Zuspruch erfreut mich natürlich und ich sage allen herzlichen Dank. Altersbedingt kann ich zwar nicht mehr von Ansporn sprechen, doch werde ich mich weiterhin bemühen, meine Besucher informativ sowie mit Spaß und Freude zu unterhalten.
Im Laufe des Jahres erreichten mich ferner zahlreiche ermutigende und lobende Zuschriften. Sowohl via Mails und SMS als auch über den guten alten Postweg. Ich bedanke mich an dieser Stelle sehr herzlich dafür, bitte jedoch um Nachsicht, dass ich nicht alle Zuschriften persönlich beantworte. Die Absender dürfen jedoch versichert sein, dass ich mich über ihre Kontaktaufnahme sehr gefreut habe!
In diesem Sinne auf ein gesundes und friedliches 2025 mit Zuversicht und Hoffnung!
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