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BLOG

Die Rubrik „BLOG“ ersetzt im Internet-Zeitalter mehr und mehr das nachbarliche „Schwätzchen“ über den berühmten Gartenzaun. Hier wie da teilt man Neuigkeiten mit, fabuliert über Erleuchtungen, verabreicht An- und Einsichten oder tratscht ganz ungeniert über Banalitäten. Dank WorldWideWeb ist dieser "Zaun" weltumfassend geworden, dennoch beschränkt sich der Fokus meiner Betrachtungen überwiegend auf meine Heimatstadt. Manche Zeitgenossen finden solche Selbstbetrachtungen in aller Öffentlickeit überflüssig oder gar „schamlos“, andere wiederum lesen sie mit Freude und Neugier...ganz wie im richtigen Leben!! (Anmerkung: Wer hier namentlich nicht genannt werden möchte, sage mit bitte kurz Bescheid)

(ältere Beiträge siehe unter ARCHIV)


Jahreswechsel

Eigentlich gibt es gewisse Dinge, auf die man sich verlassen kann. Dazu gehören die Jahreszeiten ... dem Kalender nach. Doch sehr oft enttäuschen diese die in sie gesetzten Erwartungen. So wird aus einem kernigen Winter gern mal ein armseliges verregnetes oder neblig-trübes Etwas. Skisport ohne Beschneiungsanlagen ist ohnehin kaum mehr vorstellbar. Und lässt sich die weiße Pracht in echt sehen, dann zumeist nur für kurze Zeit. Lädt jedoch an solchen Tagen die Sonne zu idyllischen Spaziergängen ein, sind folgerichtig Zufahrtsstraßen wie Parkflächen überfüllt. Doch diese wenigen Stunden sind mitunter derart prächtig, dass sie alle Widrigkeiten vergessen lassen.

Braunlage bot dieses Weihnachten auch einen Wintermarkt auf der Neuen Mitte an. Dort, wo ehemals das legendäre Hotel "Brauner Hirsch" klick stand. Das bunte Treiben soll noch bis Ende Janaur 2026 die Besucher erfreuen. Ferner stellte ich zu Weihnachten ein Video (2:20Min) über den Braunlager Kurparkteich ein.

Wenn der letzte Vorhang fällt

Mein Hörspiel erzählt von einer großen Liebe, von skurrilen Ideen und wundersamen Auswüchsen - und von einem völlig unerwarteten Ende. Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen zufällig zusammen. Oder war es doch kein Zufall, sondern schicksalhaft angestrebt und erhofft? Die folgenreiche Begegnung beginnt eher harmlos, als der Obdachlose Helmut Haller nach seiner Ankunft in der fremden Stadt eilends zum Friedhof strebt. Was treibt ihn an zu diesem ungewöhnlichen Tun?

Das abgründige, aber auch berührende Stück wurde wieder mit den bewährten und bekannten Sprechern Christian Schult (Synchronstimme u.a.von Robert Redford), Matthias Ernst Holzmann (Synchronstimme u.a.von Matt Damon) und Sabine Fischer gestaltet.

Ferner ist Wonny B. Wünsche dabei, vielen Hörern noch bekannt aus alten MTS-Zeiten. ---- c/2025 - - - - - - - - - bitte Foto anklicken

Erinnerungen an Werner Bothe und Willi Heindorf

Werner Bothe und Willi Heindorf standen in ihrer Heimatstadt Braunlage für eine aktive Brauchtumspflege. Insbesondere hielten sie das gesprochene Braunlager Platt lebendig, welches sie gern auf Veranstaltungen des Harzheimatvereins oder im Rahmen von Aufführungen für Urlaubsgäste darboten. Im Oktober 2025 hieß es nun leider von Werner Abschied zu nehmen, nachdem Willi bereits vor einigen Jahren verstorben war.

2015 traf ich mich mit Beiden, um ihre sogenannten Stipstöreken in Braunlager Mundart mit der Kamera aufzunehmen. Darüber hinaus erzählt Werner auf heitere und informative Art über die Quellen der heimischen Mundart, trägt ein Gedicht vor und erinnert an die von seinem Vater gegründete und von ihm weitergeführte Tankstelle gegenüber der evangelischen Kirche.

Zu den Videos (und mehr) klick hier

Bunte Mischung

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Turbulenzen

In heimischen Gazetten war dieser Tage zu lesen, dass die Existenz der Harzer Schmalspurbahnen in heutiger Form ernsthaft gefährdet ist. Strecken und Fuhrpark müssen umfassend saniert werden, um das umfangreiche Schmalspurnetz von über 140 km zu erhalten. Bringen die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen nicht genügend Mittel zusammen, stünden Stilllegungen aus Sicherheitsgründen an.

Die HSB ist zweifellos die populärste Tourismusattraktion im Harz. Dennoch fuhr das Unternehmen 2023+24 Verluste in Millionenhöhe ein. Für den Ausgleich müssen ebenfalls die Länder sorgen. Woher nehmen angesichts klammer Kassenlagen?

Daher erstaunte mich bereits letztes Jahr der Optimismus über einen möglichen Ausbau der HSB-Verlängerungsstrecke von Elend nach Braunlage, denn schon die Finanzierung für die erforderliche Machbarkeitsstudie bedurfte einiger Kraftanstrengung. Bei allem Respekt vor den gutgemeinten Anstrengungen: nur beim ersten Versuch 1992/93 im allgemeinen Freudentaumel über die Wiedervereinigung wäre m.E. eine Umsetzung möglich gewesen.

Stattdessen wird die Ausdünnung des Streckennetzes immer realer. Am langen Ende werden wohl nur die Brockenstrecke von Wernigerode mit dem Zubringer aus dem Südharz „Eisfelder Talmühle“ verbleiben.

Am 20.September 2025 präsentierte die HSB am Westerntor in Wernigerode ihre neue Dampflokwerkstatt im Rahmen einer allgemeinen Werkstattbesichtung. Bereits 2012 bot die HSB eine umfangreiche Ausstellung und Vorführung zum 125 Jubiläum an. Siehe hier

Spielbetrieb eingestellt...

Hier die schlechte Nachricht: mangels Spieler stellt der SV Braunlage seinen Spielbetrieb im Herrenbereich zum Juli 2025 ein. Damit endet eine lange und große Tradition, welche 1921 mit der Vereinsgründung begonnen hatte. Auf die Vereinsgeschichte verweist umfassend die Festschrift von 2021 klick

Insbesondere in den Nachkriegsjahren brachte der SVB gute Mannschaften zusammen. Hierneben einige Fotos aus der Sammlung von Ecki Friedrich.

Freundschaftsspiel in Berlin

1964 wurde die A/B-Jugend des SV Braunlage zu einem Freundschaftsspiel nach Berlin eingeladen. Gerhard "Menne" Kühnhold war mit dabei und erinnerte sich an den (damals) aufregenden Trip der Provinzler in die geteilte Stadt. Das Video (Foto anklicken) hat eine Laufzeit von 7:40 Min. -------Hier noch die pdf-Vorlage zum Video klick

Ausstellung Karin Székessy

Eine besondere Ausstellung war von Mai-Juli 2025 in der Kunsthalle der Kultur-Bäckerei in Lüneburg zu sehen: die Retrospektive des Werks von Karin Székessy, einer der wichtigsten deutschen Fotografinnen der Nachkriegszeit. Sie wurde 1938 in Essen geboren, absolvierte in München ein Studium der Fotografie und arbeitete zunächst als Reportagefotografin in Hamburg, später als freie Fotografin für renommierte Medien wie das ZEIT-Magazin. In den 70er Jahren begann die gemeinsame künstlerische Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann und Maler Paul Wunderlich. In den folgenden Jahren porträtierte sie u.a. berühmte Persönlichkeiten wie Beuys und Meret Oppenheim, erstellte Buchillustrationen sowie über 400 Coverfotos für den Ullsteinverlag.

Schwerpunkt des Werks von Székessy allerdings sind ihre Aufnahmen von Frauenkörpern, meist als Akte, die sie bereits in den prüden 50er Jahren trotz der damaligen Moral und Zensur aufnahm.

Die Fotografien sind meist in Schwarz-Weiß gehalten, mit Licht und Schatten spielend, teils wie angedeutet, manchmal surreal, intim, immer respektvoll und mit „schwesterlichem Blick“, wie Székessy selbst sagte. Ich habe einige ihrer Werke fotografiert und in einem kurzweiligen Video verpackt... Lfzt. 2:30 Min.

Leider war diese Ausstellung gleichzeitig ihre letzte zu Lebzeiten, denn kurz nach Eröffnung verstarb die Künstlerin in Hamburg.

Alte Bahnstrecken

In der Nachkriegszeit fielen viele historische Harzer Bahnstrecken dem Rotstift zum Opfer. Zumeist verhinderte nur der Güterverkehr eine noch frühere Stilllegung. Bereits 1963 beispielsweise hatte die Südharz-Eisenbahn, welche von Braunlage über Wieda nach Walkenried führte, ihren Betrieb eingestellt. Gegenüber dem schnelleren und flexibleren Autobus bzw. LKW auf nunmehr ausgebauten Straßen war die Bahn auf Dauer chancenlos.

Im Mittelpunkt der heutigen Betrachtung steht die Bahnstrecke von Elbingerode nach Königshütte - eine Teilstrecke auf dem früheren Abschnitt Tanne-Blankenburg (siehe Streckenplan klick). Am 29.5.1999 wurde zunächst der Personenverkehr eingestellt. Ich war an diesem Tag im Mittagszug unterwegs und filmte die gesamte Strecke. Die endgültige Stilllegung (Güterverkehr) dieses Streckenabschnitts erfolgte am 31.8.2000.
(siehe HD-Film Lfzt.11:00 Min.- bitte Foto anklicken!)

Zwischen den genannten Orten liegt das Kalkwerk Hornberg - heute im Besitz der Felswerke. Der Abtransport nach Blankenburg findet weiterhin per Gleis statt.

Harz im Niedergang?

Der NDR sendete in der letzten April-Woche einen Bericht unter dem Titel: "Harz im Niedergang". Dies brachte Stimmung in das Gebirge. Besonders für den Westharz bestünde demnach kaum noch Hoffnung auf Besserung. Viele Unterkünfte wirken wie aus der Zeit gefallen, hieß es.

Das Echo darauf anhand von Leserbriefen in der GZ fiel unterschiedlich aus, während die Harzer Tourismus-Verantwortlichen auf stabile Übernachtungszahlen verwiesen.

Doch dürften die Glanzzeiten erstmal vorbei sein. Ein wichtiger Fakt ist leider die katastrophale Situation der Harzer Waldgebiete. Daher kreierte ich einmal für Braunlage ein neues Stadtwappen ..bitte Foto anklicken

Die Seelenjäger

Goethes “Faust“ gehört zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Im Grunde arbeitete der Dichterfürst ein Leben lang an diesem Werk. 1772 begann er mit dem Urfaust, welcher posthum 1887 erstveröffentlicht wurde. Der Tragödie erster Teil „Faust I“ erschien 1808, der zweite Teil in seinem Sterbejahr 1832.

Der Stoff ist jedem Interessierten bekannt. Richtig populär wurde im Laufe der Zeit die Szene „Walpurgisnacht“. Unterwegs zum Blocksberg, einem Felsen im Harzgebirge, möchte Mephisto den wankelmütigen Faust endgültig auf seine Seite ziehen. Nun weiß Mephisto natürlich, dass allein der Anblick des Felsens für diesen Plan kaum ausreichen dürfte. Er setzt daher auf das heidnische Fest, das dort am 30.April zelebriert wird. Von einem Irrlicht geführt erreichen sie die Stätte und tauchen unter im Getümmel von lüsternen Hexentänzen.

Im Harz wird das tolle Treiben jährlich an verschiedenen Orten nachgestellt.

Eingebettet zwischen den Szenen „Walpurgisnacht“ und „Trüber Tag“ liegt der „Walpurgisnachttraum“. Sie fügt sich nicht homogen in die Handlung des Stückes ein, und so folgen Faust und Mephisto auch mehr regungslos dem Geschehen. Es ist also mehr ein Stück im Stück und wohl angelehnt an Shakespeares „Sommernachtstraum“

In den 80er Jahren schrieb ich drei Folgen von „Die Seelenjäger“, welche wir vom MTS aufnahmen und erfolgreich auf Kassetten/CDs vertrieben. Ein Fantasiestück sozusagen mit humorvoll-heiterer Auslegung des „Walpurgisnachttraumes“, wenn man so will. Zugebenermaßen hatte ich damals den Faust schon aus Hochachtung vor dem gewaltigen Werk gar nicht im Sinn - bis eben auf das von Laien aufgeführte Walpurgisspektakel vor Ort.

Wie ließ Goethe in der "Walpurgisnacht-Szene“ den Servibilis zu Mephisto so trefflich sagen:

Ein Dilettant hat es geschrieben,
Und Dilettanten spielen's auch.
Verzeiht, ihr Herrn, wenn ich verschwinde;
Mich dilettiert's, den Vorhang aufzuziehn.

Erinnerungen

Im Nachlass des Braunlager Heimatfilmers Achim Winkel fanden sich historische Filmaufnahmen vom Auftritt der Braunlager Bergfinken bzw. des Harzklubs aus den 70er Jahren, welche ich überarbeitete.

Mehr Infos zu Achim Winkel klick hier

Dazu passend ein historisches Foto der Braunlager Bergfinken von ihrem großen Auftritt 1963 in Berlin im Ernst-Reuter-Saal.

Wolfram Ames verstorben

Am 23.02. 2025 verstarb Wolfram Ames im Alter von 91 Jahren. In meinem Videoporträt von 2023 erinnerte sich der Graveurmeister und Kunstmaler noch einmal an die Stationen seines Lebens ... klick hier

Als Winter noch Winter waren

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1) Winterfreunden 60er Jahre--Video 3:45 Min.-- 2) Winterfreuden 70er Jahre--Video 9:50 Min--.-- 3) dagegen Winter 2025 ------ 4) 60er Jahre Abenteuerlust oder Fake?

Neue Hörspiele

Hörspiele faszinierten mich bereits in ganz jungen Jahren. 1978 schrieb ich mein erstes von insgesamt neun Hörspielen, welche ich mit Akteuren des Braunlager Hörspielvereins "Mülltonnensender" aufnahm und vertrieb. 1994/95 kam es zur ersten professionellen Produktion. Heinz-Jörg Fulst und ich verfassten eine Radioserie von insgesamt 100 Folgen - produziert vom Saarländischen Rundfunk in Kooperation mit Radio Brocken. Eine Hauptrolle sprach übrigens Harald Krassnitzer. 2000 präsentierte ich eine Sketch-CD mit Schauspielern des Nordharzer Städtebundtheaters - später im Vertrieb vom Deutschen Theaterverlag. 2008 kam mein Kurzhörspiel "Die Rosstrappe" im Rahmen der Leipziger Buchmesse ins Finale des Hörspielwettbewerbs. Mit der Präsentation zwei meiner Stücke im Schweizer Rundfunk 2019 und 2021 wurde es dann sogar international.

2023 begann ich mit der Erstellung und Umsetzung von insgesamt vier neuen und selbstproduzierten Hörspielen, bei denen ich stilistisch mehr den Erzähler in den Mittelpunkt rückte. Drei davon präsentiere ich nun hier: (mehr Infos unter Audiothek)

"Das Casting" -- "Folgen einer Redensart" -- "Die Abrechnung".

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Wintersportvergnügen - einst - und die Geschichte der bekanntesten Harzer Fichte

---als der Skilauf den Harz eroberte--.NDR-Reportage 60er----KAMELFICHTE-bekannteste Harzer Fichte

Erfreuliche Zahlen

In den vergangenen zwei Jahren verzeichnete diese Webseite insgesamt mehr als 250. 000 Besucher!! Bedeutet einen Durchschnitt von täglich 350 Aufrufen. Der große Zuspruch erfreut mich natürlich und ich sage allen herzlichen Dank. Altersbedingt kann ich zwar nicht mehr von Ansporn sprechen, doch werde ich mich weiterhin bemühen, meine Besucher informativ sowie mit Spaß und Freude zu unterhalten.

Im Laufe des Jahres erreichten mich ferner zahlreiche ermutigende und lobende Zuschriften. Sowohl via Mails und SMS als auch über den guten alten Postweg. Ich bedanke mich an dieser Stelle sehr herzlich dafür, bitte jedoch um Nachsicht, dass ich nicht alle Zuschriften persönlich beantworte. Die Absender dürfen jedoch versichert sein, dass ich mich über ihre Kontaktaufnahme sehr gefreut habe!

In diesem Sinne auf ein gesundes und friedliches 2025 mit Zuversicht und Hoffnung!

Goldene MTS-Zeiten

Vor über 50 Jahren, nämlich im September 1972 gründeten wir unseren Hörspiel-Verein „Mülltonnensender“, kurz MTS. Wir, das sind die fünf Gründungsmitglieder Heini Nieft, Kalle Kleinert, Norbert Tusche, Matthe Warnecke und meine Wenigkeit. Anfangs nahmen wir Witze oder erste, von mir verfasste und zumeist sinnbefreite Sketche auf. Ein Mono-Tonband diente zunächst als Speichermedium, bis es 1974 vom ersten Stereo-Tonband ersetzt wurde. Die von mir bearbeiteten Aufnahmen hörten wir uns zumeist in unserem Vereinslokal an.

Selbstverständlich wurde jedes Ergebnis gebührend gefeiert und mit etlichen Gallonen Bier begossen. Diese Mischung aus heiterer Unterhaltung und fröhlicher Zecherei sprach sich schnell herum und führte dazu, dass sich weitere junge Leute für den MTS interessierten und ihm beitraten. Im Jahre 1978 erschien unser erstes Hörspiel „Ufos bedrohen Braunlage“. Die aberwitzige Geschichte spielte in unserer Heimatstadt und sorgte bei Jung und Alt für Furore. Zur damaligen Zeit war es noch ungewöhnlich, eigene Hörspiele mit heimatlichem Bezug zu erstellen und eigenständig zu vermarkten. Die Kassetten zum Selbstkostenpreis von 10 DM vertrieben wir über die örtlichen Geschäfte von Radio-Wenzel, Radio Stenzel oder Elektro-Grimm. Rundum ein voller Erfolg, den wir mit „Verschollen im Hochmoor“ fortsetzen konnten. 1979 berichtete mit der Hamburger Morgenpost sogar ein überregionales Blatt von unseren diesbezüglichen Aktivitäten.

An diese Anfangsjahre aus allgemein noch genügsamer Zeit erinnert Siegmar Vollmer im hier präsentierten Video. Er selbst spielte bei allen MTS-Produktionen mit - und dabei stets eine Hauptrolle. Mit seiner kraftvollen Art der Darstellung in den verschiedensten Rollen mutierte er mit der Zeit zum beliebten ortseigenen Bud Spencer-Typ. Als ebenfalls prägender Mitspieler etablierte sich in den 80er Jahren Bernd Rosskamp. Seine populäre Auslegung der Braunlager Mundart trat erstmals beim Stück über das Braunlager Eishockey nachhaltig in Erscheinung. "WSV olé" avancierte zum erfolgreichsten MTS-Hörspiel überhaupt. In den bereits erwähnten Verkaufsstellen gingen davon mehr Kassetten/CDs über den Ladentisch als Erzeugnisse von weltweit bekannten Künstlern. HD-Film Lfzt. 13:30 Min. bitte Foto anklicken!

Bis 1990 schufen wir insgesamt acht Hörspiele (dazu mit "WSV zwo" noch eines in 2007), drei Braunlager Journale und mehrere Sketch-Sendungen (mehr Infos unter Hörspiele). So dürfte sich in jedem Braunlager Haushalt wohl ein Werk vom MTS finden. Als Autor und technischer Produzent sämtlicher Projekte erfüllt mich das natürlich mit gewissem Stolz.

Ferner drehten wir in den 70er Jahren drei MTS-Filme ... Böse Zungen würden behaupten, zumeist Blödeleien. Das stimmt sogar. Denn die damalige Unterhaltung in TV und Radio war geprägt von kurzweiligem Klamauk. Die Menschen arbeiteten viel und wollten in ihrer freien Zeit unbeschwert lachen und fröhlich sein. Wir drehten anfangs im Super 8 Schmalfimformat und ohne Ton. Dieser wurde in der Nachvertonung zugefügt. Jedoch aufgrund der schlechten Qualität nochmals von mir in heute möglicher Form überarbeitet. Für ein Beispiel klicke linkes Foto an...

Aus ferner Zeit

Anfang der 90er Jahre erwarb ich meine erste Videokamera. Als begeisterter Fan der Harzer Schmalspurbahnen wurden zur Erprobung natürlich überwiegend deren Zügen gefilmt. Wie jeder Anfänger konzentrierte ich mich einzig aufs Motiv und weniger auf die komplizierten Lichtverhältnisse - welche zudem die schlechte Angewohnheit haben, ständig zu wechseln, und das nicht nur tageszeitabhängig. Dennoch gelangen mir am Ende - zumindest für damalige Verhältnisse - vorzeigbare Ergebnisse. Und so präsentiere ich hier die Selketalbahn in historischen Aufnahmen von 1991 auf der Strecke von Eisfelder Talmühle nach Gernrode. HD-Film Lfzt. 25.Min.

Zwei große WSV-Spieler verstorben

Traurige Nachrichten für den WSV-Eishockeysport. Mit Wolfgang Schiller und Matthias „Kollo“ Kolodziejczak verstarben im November zwei prägende Spieler der erfolgreichen WSV-Generation der 70er und frühen 80er Jahren.

Wolfgang Schiller kam 1977 mit 23 Jahren aus dem fränkischen Selb in den Harz. Nach meiner Erinnerung etwa zur gleichen Zeit wie Wayne Pushie, seinerzeit der umgarnte Held des aufstrebenden Braunlager Eishockeysportes, der mit der Einweihung des Eisstadions 1974 begonnen hatte. Wolfgang verstärkte die Mannschaft als talentierter Torwart und sorgte für den nötigen Rückhalt. Er beendete später beim WSV seine Karriere, blieb jedoch seiner neuen Heimat weiter treu. Er heiratete seine Conny und die beiden bekamen zwei Töchter. Besonders stolz war er auf seine inzwischen drei Enkelkinder.

Am Rande sei erwähnt, dass sein Bruder ebenfalls Eishockey spielte und 1983 als stürmender Nationalspieler beim legendären deutschen Duell zwischen BRD und DDR 4:3 in der Westfalenhalle Dortmund mitwirkte. Wolfgang hatte Karten besorgt, und so durfte ich einmal in meinem Leben auf einem VIP-Platz sitzen. Ferner waren wir über den Fußball verbunden. Er spielte in den frühen 1980ern in der von mir trainierten Mannschaft beim SV Braunlage. Wolfgang war ein guter, durchsetzungsstarker Rechtsaußen, doch Trainingseinheiten waren nicht unbedingt seine Vorliebe. Kleine Anekdote: im Winter machten wir forderndes Lauftraining auf der steilen Von-Langen-Straße. Nach zwei Sprints kam Wolfgang listig zu mir und meinte: wenn er jetzt weiter mitmache, könne er Sonntag nicht spielen. Darauf sagte ich: wenn du dich hier verweigerst, wirst du am Sonntag nicht spielen! Wir lachten und er nahm das Training wieder auf. Apropos: 1981 spielte er im MTS-Hörspiel „WSV olé“ sich selbst.

Matthias „Kollo“ Kolodziejczak startete 1979 als 17jähriger seine sportliche Karriere beim WSV. Im bereits erwähnten Wayne Pushie fand er früh seinen Mentor, welcher in ihm endgültig die Leidenschaft fürs Eishockey entfachte. 1985 wechselte Kollo zu den Kassler Huskies, mit denen er fulminante Erfolge feierte. Am Ende standen für ihn 500 Spiele mit 165 Toren in der Statistik. Nach seiner Spielerkarriere engagierte er sich für Kassel in unterschiedlichen Funktionen, so als Trainer und Offizieller.

Nachtrag 2025: im Januar verstarb Paul Bendisch im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Hannover. Der wohl bekannteste Gastronom in Braunlage erwarb 1968 den legendären "Herkules-Keller". Unter der Leitung von Heini Nieft und Umbenennung in "Slow down" erlangte die Kneipe im gefürchteten "Bermuda-Dreieck" Kultstatus. Bis zur Zwangsschließung 2017 durch den Landkreis Goslar wegen nicht erfüllter oder nicht erfüllbarer Brandschutzmaßnahmen, erfuhr der Kultklub weitere Namensänderungen und hieß zuletzt - irgendwie passend- "Intensiv-Station". Doch zu Pauls gastronomischer Besitz gehörten mit den Jahren weitere äußerst beliebte Betriebe wie "Telegraf" in der Herzog-Wilhelm-Str., "London Pub" in der Marktstraße oder die "Bergklause" in der Elbingeröder Straße - einstige Kultkneipe der 50er Jahre. Nach Renovierung wurde die Nachtbar in "La Mirage" umbenannt. Sein Engagement in Braunlage beschränkte sich jedoch nicht nur auf gastronomische Betriebe. Als die Eishockeysport in Braunlage Mitte der 80er Jahre erstmalig in Schieflage geriet, übernahm Paul den Vorsitz bei Verbindlichkeiten von 700.000 DM und sicherte dem "EC" in Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter über einen Zwangsvergleich die weitere Spiellizenz. Drei Tage nach seinem Geburtstag ging sein engagiertes Leben nun zu Ende ....

Neuseeland

Gisi Rueben, unser Braunläger im Kiwi-Land, berichtet in seiner Kolumne (bitte Foto anklicken) über die Lebensverhältnisse in seiner Wahlheimat. Dabei räumt er mit der von Urlaubserlebnissen oder aus Reiseberichten gespeisten romantischen Vorstellung auf, dass dort nahezu paradiesische Zustände herrschten.

Denn der Lebensunterhalt ist teuer. Wer auf Dauer dortzulande lebt, erwacht sehr bald aus seinen Träumereien und wird mit harten Realitäten konfrontiert. Bis auf die wunderschöne Landschaft bleibt vom Schlaraffenland nur wenig übrig.

Davon sind wir hierzulande noch einiges entfernt. Doch bei genauer Betrachtung ist für jedermann ersichtlich, dass angesichts sich auftürmender Problematiken in allen Lebensbereichen der gewohnte Wohlstand auch bei uns nicht zu halten

35 Jahre Grenzöffnung

In einer Pressekonferenz am 9.November 1989 missdeutet Politbüro-Mitglied Günter Schabowski eine ihm zugereichte Zettelnachricht und verkündigt die sofortige Reisefreiheit für alle DDR-Bürger. Darauf brechen alle Dämme und die Berliner Mauer fällt in gleicher Nacht unter dem Ansturm von begeisterten Menschen. Ein weltgeschichtliches Ereignis!

In den nächsten Tagen kommt es entlang der innerdeutschen Grenze zu weiteren Öffnungen und zur Schaffung von Übergängen. Am 12.November ist es auch in Braunlage soweit: auf der Elbingeröder Straße in Richtung Elend wird an der Bremke ein Grenztor geöffnet und mit vereinten Kräften ein Steg über das Grenzflüsschen gebaut. Ausgelassene Freude allerseits, als die ersten "Ossis" herbei strömen. "Wahnsinn" wird zum allgemeinen Inbegriff für das erstaunliche und bewegende Geschehen.

Die weitere Entwicklung führte letztlich nicht nur zum Ende der deutschen Teilung, sondern auch des Kalten Krieges.

Den 35.Jahrestag des Mauerfalls feiert Berlin in ganz großem Stil unter dem Motto „Haltet die Freiheit hoch“. Zu Jubiläen wird gern bilanziert. Zur Ehrlichkeit gehört die Feststellung, dass insbesondere in den neuen Bundesländern sich vielerorts Ernüchterung und Enttäuschung eingestellt haben. Hier ist von einstiger Jubelstimmung nichts mehr verblieben. Viele fühlen sich zunehmend als Bürger zweiter Klasse. Ein Stichwort: Rentengerechtigkeit!

Gleichwohl treffen sich seit damals viele Bewohner von Braunlage und Elend jährlich am ehemaligen Grenzbach auf dem angrenzenden Parkplatz, um in freundschaftlicher Umarmung an das historische Ereignis zu erinnern.

2019 erstellte ich über die Grenzöffnung zwischen Braunlage und Elend eine Videodokumentaton mit Berichten von Zeitzeugen und Originalfilmaufnahmen. Zum Video und weiteren Infos klick hier

Herbstzeit

Die Tage werden kürzer und die Temperaturen fallen. Frost liegt in der Luft. Fallende Blätter bedecken kalte Straßen und die Autoscheiben beschlagen - der Herbst ist gekommen. Neben zunehmender Dunkelheit haben die längeren Nächte auch schöne Dinge im Gepäck. Beispielsweise gemütliche Abende mit Lektüre, Filmen oder Hörspielen. Zusätzlich können sich Oberharzer auf die jetzt beginnende Eishockeyysaison freuen. --- Hiernach zwei Fotos aus historischen WSV-Eishockeyzeiten der 50 Jahre. Foto 3: Kaum zu glauben, aber wahr: ihre königliche Hoheit Luise-Viktoria, Tochter von Kaiser Wilhelm II, nahm 1960 Skiunterricht auf der Braunlager Skiwiese ...

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Waldbrand im Brockengebiet

Im September 2024 wütete wieder ein Feuer um den Brocken herum und hielt die Wehren und Löschflugzeuge ganze sechs lange Tage in Atem. Deutschlandweit berichteten sämtliche Medien über den Waldbrand - siehe auch Videos auf YouTube. Über die mögliche Ursache wird derzeit noch spekuliert. Die Gerüchteküche ist am Kochen…Offiziell läuft die Aufklärung noch.

Wie stets geraten die Dampflokomotiven der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) sofort in Verdacht, den Brand eventuell durch Funkenflug verursacht zu haben.

Hingegen möchte ich an dieser Stelle gern auf die Vorzüge dieser einmaligen Bahn verweisen. Dabei steht im Mittelpunkt meiner Betrachtungen der Bahnhof Drei Annen Hohne; eine Art Verkehrsknotenpunkt für die Brockenreisenden aus Wernigerode bzw. Nordhausen oder der Selketalbahn. Hier startet der Abzweig via Schierke zum Brockenbahnhof. Wenn sich die schwarzglänzenden Loks mit ihren Waggons schnaufend, dampfend und pfeifend zum höchsten Berg des Harzes schlängeln, ist ihr weißgrauer oder schwarzer Rauch weithin sichtbar.

Bereits im Mai 1992 drehte ich im Bahnhof Drei Annen Hohne einen Film, den ich hier als historisches Dokument präsentiere. Das Gegenstück dazu ist ein Video, das ich vor wenigen Tagen an einem sonnigen Septembertag aufnahm. Die Gleisanlagen erscheinen trotz der 32 Jahre Zeitunterschied unwesentlich verändert, sind jedoch wie das Bahnhofsgebäude mit Gaststätte und Toiletten umfangreich saniert und mit moderner Technik ausgestattet.

Die Brandkatastrophe platzte mitten in die grundsätzlichen Überlegungen der HSB um alternative Antriebsarten und einer Trassenerweiterung nach Braunlage. Dazu einige Gedanken meinerseits … klick

Trauung auf dem Hausberg

Die Eheschließung gilt allgemein als schönster Tag im Leben eines Liebespaares. Die traditionelle Zeremonie der Hochzeit feiern die Brautleute gern in einem besonderen Ambiente. Im Trend zum kargen Standesamt im Rathaus liegen daher außergewöhnliche Orte wie Schiff und Flugzeug oder exotische Länder mit ihren Stränden. Beliebt sind ferner, sofern es die Kassenlage hergibt, auch Burgen und Schlösser.

Wer es mehr heimatlich mag und mit der höchsten Erhebung Niedersachsens eine natürliche Attraktion vor der Haustür hat, darf doppelt jubilieren. Werden doch im Aussichtsturm auf dem Wurmberg neuerdings wieder Trauungen vorgenommen! Die Wertigkeit einer Vermählung erfährt zweifellos noch eine Steigerung, wenn die Prozedur vom höchsten Repräsentanten des Ortes vollzogen wird. Um das Verfahren regelkonform gestalten zu können, hatte sich Braunlages Bürgermeister Wolfgang Langer zuvor getraut, ein Standesamt-Seminar erfolgreich zu absolvieren.

Seine Trauungspremiere fand Ende August statt und wurde an einem guten Freund vollzogen: Stephen Buchholz mit seiner Auserwählten Eileen. Die Brautleute kennen sich schon etliche Jahre und besiegelten nun in 1000 Meter Höhe den Schritt in den Ehehafen.

Mit Stephen bin ich seit etlichen Jahren freundschaftlich verbunden. Daher nehme ich die Gelegenheit gern wahr, an dieser Stelle über sein persönliches Glück zu berichten. PS: Wurmberg-Videos klick

Fotos Braunlage mit Wurmberg

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Braunlage 2020..................Braunlage 2024.......Jugendherberge ........ Wurmberg im Blick ...vom Hasselkopf

Alter Film im neuen Kostüm

Anno 1979 drehten wir Mitglieder vom Mülltonnensender unseren letzten Film in Sachen "Spaß am Herumalbern". Es gab damals einen echten Sommer und alle Akteure hatten mächtig Durst!! Drehort war ein heute nicht mehr zugänglicher alter Steinbruch gute 500 Meter hinter Königskrug Richtung Oderbrück.

Schon der damalige Film streifte in launiger Form das Thema "Arbeitskräftevermittlung". Im wirklichem Leben stets ein ernster und komplexer Sachverhalt hielten wir uns mehr ans Motto: Lachen ist immer besser als schwerlastende Trübsal.

2024 aktualisierte ich den alten Film, blieb jedoch dem Thema treu. Es geht weiter heiter zu - und zum Schluss siegt wieder das Gute ... so wie in allen Märchen halt. HD-Video Lfzt. 18:40.Min. - 576 MB

Aufgeschnappt

Nach rund einem Jahr sind die Renovierungsarbeiten an der Friedhofskapelle abgeschlossen. Foto 1. Hingegen präsentiert sich die Evangelische Kirche nach wie vor verhüllt. Man hört dies und jenes, nur von einem endgültigem Fertigstermin ist leider keine Rede. So sind die Fotos vom August letzten Jahres immer noch aktuell Foto2. Neulich beobachtete ich zwei kleine Kinder, die höchst interessiert Straßenbauarbeiten bestaunten. Sie hatten es sich vor der Baustelle bequem gemacht und harrten der Dinge ....der erste Schritt ins spätere Berufsleben? Respekt! Foto 3. Normalerweise erfahre ich nur aus der Abrechnung des Theaterverlages, wo meine Stücke gespielt wurden. Mitunter lesen jedoch Bekannte die Vorankündigung und schicken mir einen Hinweis. So wie in diesem Fall. Dank an Elke. Foto 4

Eckis gesammelte Werke

--1) Aidos Glück--...2)Jugendzeiten ...3)Tanzschule Bericht klick

4.) Toochbrüder....5.) Werbung 50er.

Besinnliche Reise 1938 zu den Bajuwaren

„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen …“ - das wusste schon der Dichter Matthias Claudius. Erzählungen über das Erlebte und Gesehene sind seit jeher geprägt von Geschmack, Anlass und Interesse. Als Mitbringsel dienten in früheren Zeiten zumeist Ansichtskarten oder andere kleine Andenken vom Urlaubsort. Wer bereits über eine Kamera verfügte, klebte die selbstgemachten Fotoaufnahmen von malerischen Sonnenuntergängen oder Sehenswürdigkeiten in ein Album und versah diese mit kleinen Anmerkungen.

Von bemerkenswerter Güte nimmt sich dagegen das fast 90jährige Reise-Protokoll dreier bekannter Braunlager Persönlichkeiten aus. Ihr Ziel im August 1938 war Bayern - mit dem Automobil in den Süden Deutschlands.

Ein Chauffeur sorgte dafür, dass seine Harzer Fahrgäste mit offenen Augen und wachem Geist die Gegend bestaunen und sich sorglos den dionysischen Genüssen in Form von Gerstensaft, leckeren Viktualien sowie dem Anblick schmucker Damenwelt hingeben konnten. Da die Herren zur gebildeten Schicht gehörten, garnierten sie ihre Eindrücke mit philosophischem Gedankengut oder nahmen vergleichend Anleihen in der griechischen Mythologie nach dem apollonischen Prinzip: Erkenne dich selbst! Am Ende enstand eine meisterliche Reportage mit beeindruckenden Bildern.

Ecki Friedrich fand den Band im Nachlass seines Großvaters, und wir beschlossen, das ungewöhnliche Werk in einem Video vorzustellen. Das Ergebnis dürfte selbst unter Berücksichtigung heutiger Sehgewohnheiten erfreuen. Für Video-klick ---- für mehr Info klick hier

Spaß und Freude

Das "Anbaden" im Meer folgt einer langen Tradition. Hunderte von Einheimischen und Gästen versammeln sich jedes Frühjahr am Strand, wie zum Beispiel hier in Travemünde, um sich auf Kommando ins kalte Wasser zu stürzen. Bei einer Wassertemperatur von 10 Grad eine sportliche Herausforderung. Natürlich steht bei Groß und Klein der Spaß im Vordergrund. Zudem verkleiden sich einige faschingsgleich und ziehen die Blicke auf sich. Am Ende erhalten alle Teilnehmer eine Urkunde. Video-Lfzt. 2.Min.

Von 2010 bis 2015 wurde auf dem Braunlager Gondelteich das sogenannte Sautrogrennen veranstaltet. Da ging es noch bunter und interessanter zu als beim Anbaden....klick

Sprung in die 60er Jahre

Mit zunehmenden Alter beschäftigen anscheinend nicht nur mich Erinnerungen an jugendliche Zeiten. Ob es die oft beschworene gute, alte Zeit war, mag jeder für sich beantworten. Die 60er Jahre waren in jedem Fall eine Zeit des Auf- und Umbruchs und geprägt vom Auflehnen der Jugend gegen verkrustete und überkommene Lebensentwürfe. Von Protesten und Straßenschlachten in großen Metropolen bekamen wir "Dörfler" jedoch nur wenig mit. Der revolutionäre Geist endete zumeist an den Ortsschildern der Provinz. Daher konzentriere ich mich an dieser Stelle auf die rein musikalischen "Auswüchse". Doch auch diese fielen eher moderat aus, denn die meisten von uns mussten sich mit NDR und HR begnügen. Wobei letzterer nicht einmal überall in Braunlage zu empfangen war. Dennoch bewegte das bisschen Gehörte enorm. So fieberten wir ab Ende 1965 monatlich jeder von Radio Bremen ausgestrahlten Beatclub-Sendung mit heißem Herzen entgegen. Daneben wollten die meisten gern selbst herumlärmen - und so schoßen Bands wie Unkraut aus dem Boden. Die Liebe zur eigenen Musik ebbte später mit Abschluss von Schule oder Ausbildung in aller Regel ab. Räumliche Veränderungen oder andere Interessen lockten ...

Jetzt ein Sprung in die Gegenwart. Dem Hamburger Beat-Experten und Fotografen Ulf Krüger gelang im März eine sehenswerte Ausstellung mit Fotos und Zeitdokumenten aus den 60ern. Mein Video informiert, was es dort so zu sehen gab. Videolaufzeit 3:35 Min.

Im zweiten Video Videolaufzeit 9:20 Min.erzählt Hansi Schnabel von Braunlager Jugendlichen und ihren musikalischen Versuchen. Wem das nicht ausreicht: für weitere Informationen und Videos zum Thema klick hier.

Elektro-Boote für den Schnei-See

Vor Jahren wurde auf dem höchsten Berg Niedersachsens ein sogenannter Schnei-See angelegt, damit bei schlechten Schneeverhältnissen genügend Wasser für die Schneekanonen verfügbar ist. Außerhalb der Wintersaison betreibt die Wurmbergseilbahn-Gesellschaft auf dem Gipfel bekanntlich eine Erlebniswelt rund um das Gewässer. Um die immer kürzer ausfallende Wintersaison einigermaßen zu kompensieren, wurde jetzt eine neue Attraktion vorgestellt. Künftig sollen ferngesteuerte Elektro-Boote für Belebung auf dem Schnei-See sorgen. Dem Betreiber ist zu wünschen, dass sich seine Hoffnung erfüllt.

Warum eigentlich nicht? Neulich sah ich ein Kinderauto durch die Luft segeln klick. Sollte dieses Serienreife erlangen, könnten die Knirpse künftig ohne Umwege direkt zum Wurmberg fliegen. Ferner wäre vorstellbar (nicht wirklich ernsthaft), zu Walpurgis die spätmittelalterlichen Hexenbesen ebenfalls mit einem Elektromotor auszustatten. -- 2019 drehte ich einen kleinen Film über die neue Erlebniswelt. Bitte Foto anklicken ..Lfzt. 4 Min.

Dramatischer Einbruch

Nachtrag zum vorherigen Beitrag. Ende April präsentierte die Wurmberg-Gesellschaft dramatische Zahlen: das Fahrgastaufkommen ist seit 2018 von 1,5 Millionen auf 212.000 Mio. in 2023 geschrumpft. Für den Einbruch sorgte neben Corona der geringe Schnee der letzten Jahre; die winterliche Saison fällt immer kürzer aus, während gleichzeitig die Kosten für die künstliche Beschneiung steigen. Da ist jetzt guter Rat teuer. Aus rechtlichen Gründen dürfe die Stadt den Winterbetrieb nicht subventionieren, informierte der Bürgermeister. Ergo wird die Wurmberg-Gesellschaft ihre Geschäftsfelder um neue Attraktionen erweitern müssen, um ihren Fortbestand auf Dauer zu sichern. 

Davon unbeirrt investiert die Eigentümerin des neuen Wurmbergturmes, Karin Lauber, weiter im großen Stil. Am Turm wird eine Gaststätte im alpenländisch modernen Stil angebaut, ferner ein Kiosk mit dem klingenden Namen „Wikinger-Schänke“. Der Clou: von der Terrasse können die Gäste ein ferngesteuertes Modell-Wikingerschiff beobachten, wie es auf den Schneisee kreuzt. Die Kosten werden mit einer halben Million beziffert. Für die Betreibung der Betriebe ist bereits ein Pächter gefunden. 

Braunlage kann dankbar und glücklich sein, dass sich Frau Lauber finanziell derart engagiert. Sie setzt damit das Engagement ihres Vaters Oskar Wesche fort. Dieser hatte 1952 die erste Gaststätte auf dem Wurmberg eingerichtet und sie über Jahrzehnte selbst betrieben, ausgebaut und modernisiert.

Verschiedenes

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Torfhaus-Turm

Deutschlands höchster Ausssichtsturm mit 65m Höhe ging am 1.11.2023 mit einer feierlichen Eröffnung im Beisein von Ministerpräsident S.Weil an den Start. Bis zur kompletten Inbetriebnahme braucht es aber noch etwas Zeit. So steht der Fahrstuhl ebensowenig zur Verfügung wie der Skywalk oder die 110m lange Erlebnisrutsche "Rasantia". Als Gründe für die Verzögerung werden Lieferengpässe und Extremwetter genannt.

Derzeit bieten die Betreiber eine geführte Besichtigung "über viele Treppenstufen" nach oben auf die Aussichtsplattformen an - wenn der imposante Turm nicht wetterbedingt geschlossen bleibt.

So wird erstes Murren laut: hohe Eintrittspreise, Zusatzkosten für die Rutsche, wetterbedingte Schließungen.

Torfhaus liegt über 800m hoch in einem Gebirge. Da kann eine super Aussicht auf den Brocken leider nicht garantiert werden.

In Zeiten, wo sich der Harzer Wald mehr oder weniger auf lange Zeit verabschiedet hat, sind Touristenattraktionen wie der Harzturm gewissermaßen als Kompensation zu betrachten. Und so wünsche ich den Betreibern auch, dass ihre mutige Investition sich langfristig amortisiert.

Für einige Momentaufnahmen Foto anklicken. Weitere Infos: https://harzturm.de/

Radau-Wasserfall

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden im Auftrag der Herzoglich-Braunschweigischen Eisenbahngesellschaft künstlich neue Ausflugsziele angelegt, um die Attraktivität des aufstrebenden Bahnfahrens mit touristischen Sehenswürdigkeiten zu beleben.

Im Zuge dieser Maßnahmen kam es 1859 zum Bau des Radau-Wasserfalls an der B4 zwischen dem damaligen Neustadt-Harzburg (ab 1892 Bad Harzburg) und Torfhaus. Dazu wurde vom kleinen Gebirgsflüsschen Radau, das bei Torfhaus entspringt, für den Wasserfall-Zulauf ein Seitenarm abgezweigt. Nach 500m stürzt das Wasser über steile Felswände 23m tosend in die Tiefe. Zusätzlich wurde neben dem Zulauf ein Wanderweg angelegt, welcher direkt am oberen Wasserfall vorbeiführt.

Anlage und Wege sowie der Zuleitungsgraben müssen gepflegt und gereinigt werden. Pflege kostet natürlich Geld, das von den Niedersächsischen Landesforsten als dafür zuständige Behörde wohl nicht mehr aufgebracht werden kann... so schreckte unlängst die Nachricht auf, dass der Wasserfall trockengelegt werden solle. Die einst prächtige Kaskade sei aufgrund von Verschmutzungen im gesamten Bereich nur noch ein Rinnsal.

Darauf bildete sich auf Initative der Wirtin der Gaststätte Radau eine Interessengemeinschaft zum Erhalt des einzigartigen Kulturdenkmals. -- Dank der privaten Pflegemaßnahmen präsentierte sich der Wasserfall bereits Anfang März wieder in gewohnter Pracht. (mehr Infos unter Harz-Radau-Wasserfall)

Königskrug

Mit meinem Bericht über Königskrug, einem Ortsteil des 4km entfernten Braunlage, schließe ich heute meine Aufzeichnungen über Ansiedlungen und Sehenswürdigkeiten entlang der Bundesstraße 4 zwischen Braunlage und Bad Harzburg.

Königskrug liegt rund 750 m hoch und ist eine Waldsiedlung vorwiegend mit Skiunterkünften. Das Gasthaus "Königskrug", direkt an der B4 gelegen, wirbt mit königlichen Windbeuteln und eignet sich bestens als Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderziele zu jeder Jahreszeit. Der berühmte Kaiserweg, 1013 erstmalig als Heidenstieg erwähnt, führt an Königskrug vorbei. Als Heer- und Handelsweg war er von jeher stark frequentiert und bot den Reisenden schon damals Unterkünfte und Wirtshäuser an, als "Elendskapellen" bezeichnet. Besonders zu erwähnen sind außerdem die Überreste einer spätmittelalterlichen Turmburg, genannt das "Neue Schloss", die bei Ausgrabungen neben dem heutigen Gasthaus Königskrug entdeckt worden sind.-------------------- HD-Video Lfzt. 12 Min. -- bitte Foto anklicken

In meinem Video zeige ich neue und alte Aufnahmen von Königskrug und der Geschichte des Gasthauses sowie weitere interessante historische Begebenheiten. Mehr Informationen bietet die Spezialseite "Königskrug" unter Harz klick

Kleine Randerscheinung: in der Nähe von Soltau entdeckte ich einen kleinen Weiler - ebenfalls namens Königskrug… klick

Keine Wintersportkämpfe mehr im Harz?

Bereits Mitte November 2023 kam es überraschend zum ersten schneereichen Wintereinbruch im Harz. Er schwächelte zwar um Weihnachten herum, nahm jedoch im neuen Jahr sofort wieder Fahrt auf.

Bei ausreichender Schneedecke wären früher im Harz sogleich entsprechende Wettkämpfe angesetzt und durchgeführt worden. Ob Skispringen in Braunlage, Langlauf in Altenau, Rennrodel in Hahnenklee oder Ski-Alpin in St.Andreasberg zum Beispiel.

Woran liegt es? Fehlen motivierte Wettkämpfer, Funktionäre, attraktive Wettkampfstätten? Oder haben wir uns bereits auf eine komplett andere Winterwelt eingestellt mit zu nassem und mildem Wetter ohne ausreichende Schneeverhältnisse, wie es Experten ständig prognostizieren?

Vermutlich ein bisschen von allem. Für mich ein guter Anlass, auf eine deutsche Meisterschaft und einen erfolgreichen Wettkämpfer in der hohen Zeit des Harzer Wintersports zurückzublicken.

1) Ecki Friedrich berichtet von der Deutschen Meisterschaft 1952 --- klick

2) Wilhelm Schmidt, deutscher Spitzenlangläufer der 50 u. 60er Jahre, erzählt aus seiner Karriere klick

Der letzte Zeitzeuge

Im Video kommen mit Isa Wickenhagen, Herbert Junker und Wolfgang Rehmer drei Personen zu Wort, welche die 50er Jahre im jugendlichen Alter erlebt haben. Ihre Schilderungen stehen stellvertretend für ihre Generation und den Aufbruch im damaligen Nachkriegsharz. Mit Wolfgang Rehmer verstarb 2023 leider der letzte dieser Zeitzeugen. Video-Lfzt. 26:30 Min.

Erfreuliche Zahlen

2023 erreichte meine Homepage mit rund 125 000 Besuchern eine neue Rekordzahl. Bedeutet einen Schnitt von mehr als 10.000 Besuchern monatlich. Vielen Dank für das Interesse!

Kunstmaler Ferdinand Thomas

Zu den bedeutenden Söhnen der Stadt Braunlage gehört zweifelsohne der Kunst- und Landschaftsmaler Karl Friedrich Ferdinand Thomas, auch „Nante“ genannt. Bekannt sind vor allem seine Darstellungen des heimatlichen Waldes und der Hochmoore, daher auch sein Beiname „Moormaler“.

 Geboren am 15.10.1858 in Hasselfelde lernte er von 1880 bis 1885 in der Landschaftsklasse bei Prof. Theodor Hagen, dem „Vater der Weimarer Malerschule“ auf der Großherzoglich Sächsischen Kunstschule in Weimar. Nach der Ausbildung arbeitete er für den dortigen Radierverein. Bereits 1887 erhielt er erste Auftragsarbeiten in Braunlage, wo er verwandtschaftliche Beziehungen unterhielt: Familie Kirchner, Besitzer der „Neuen Schenke“, später „Brauner Hirsch“.

1892 verließ er Weimar und wanderte nach Amerika aus In Ohio heiratete er 1893 Amalia Bertram. Nach Rückkehr aus Übersee zog er schließlich mit seiner inzwischen fünfköpfigen Familie 1908 nach Braunlage. Hier blieb und schuf Ferdinand Thomas bis zu seinem Tod 1921 klick. Für weitere Infos klick hier

Auto der Zukunft?

Viel Schnee zu ungewohnter Zeit

Der Klimawandel verändert die Wetterverhältnisse. Viele Experten prophezeien seit Jahren, dass Kinder künftig kaum mehr Schnee erleben werden klick. Doch ganz überraschend kam es Ende November aus heiterem Himmel zu einem Wintereinbruch ungeahnten Ausmaßes – noch dazu im ganzen Land. Selbst Oberharzer Rentner, für die in den 50/60er Jahren dieses Phänomen eher zum winterlichen Alltag gehörte, rieben sich erstaunt die Augen.

Verwehte Straßen, nicht geräumte Parkplätze. In Bayern mussten sogar Bahnhöfe und Flughäfen gesperrt werden; Tausende von Reiselustigen quälten sich nächtens wie Obdachlose durch Städte und Einrichtungen auf der Suche nach einem warmen Plätzchen. Und damit ist nicht das Weihnachtsgebäck gemeint. 

Nun hofft die Übernachtungsbranche hierzulande, dass die ungewöhnliche weiße Pracht   – wenn schon, denn schon – möglichst noch lange anhält, zumindest jedoch über die Weihnachtstage und Neujahr. Das brächte zusätzlich warmen Regen in die Kassen und verbesserte den „Cashflow“ (früher: Umsatzüberschuss).

Ich machte mich Ende November bei erstem Schneefall auf den Weg für ein paar Fotos in Braunlage und Umgebung – und ein zweites Mal Anfang Dezember, als die Sonne eine herrliche Winterlandschaft ausleuchtete.

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Neue Feinde für den Waldwuchs

Nachdem sich der Harzer Wald durch Borkenkäferbefall flächendeckend verabschiedet hat, taucht neben der drohenden Nutzung der baumfreien Waldgebiete durch Windräder eine neue Gefahr auf: Kurzschwanzmäuse! Kein Scherz. Experten der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (wow - was für ein Name!) mit Sitz in Göttingen stellten fest, dass Erd-, Rötel-, Scher- und Feldmaus entweder die Wurzeln oder die Rinde von Setzlingen fressen. Besonders gern dort, wo schon viele Bäume abgestorben oder gefällt sind, viel Gras am Boden wächst und ein neuer Mischwald entstehen soll. Mit der natürlichen Folge, dass die Saat nicht aufgeht. Was tun? Vergraste Flächen vor Anpflanzung mähen oder chemische Mittel wie Glyphosat einsetzen? Wobei Chemie wegen immenser Bodenbelastung wohl nur allerletzte Wahl sein kann.

Es ist am Ende wie im richtigen Leben: geht es erstmal abwärts, häufen sich wie verhext weitere Probleme an. So werden uns die neu entstandenen Sichtachsen noch jahrzehntelang begleiten. Zumal niemand vorhersagen kann, welche neuen Herausforderungen auf dieser langen Strecke des Aufwuchses noch warten ....

Vor zwei Jahren verfasste ich einen satirischen Beitrag zum „Waldsterben“ unter dem Titel „Die Filmkritik“. Aus gegebenem Anlass präsentiere ich mein Video jetzt an dieser Stelle. Video-Lfzt. 7:00 Min.

Ehrenfriedhof Oderbrück

Zu den stillen Tagen des Novembers gehört auch der Volkstrauertag, angeregt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und erstmalig veranstaltet am 1.März 1925 im Reichstag zum Ehrengedenken für die im 1.Weltkrieg Gefallenen. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Tag mehrmals unbenannt z.B. in Heldengedenktag und auch zu unterschiedlichen Jahreszeiten begangen.

Nach dem zweiten Weltkrieg fand 1950 die erste zentrale Veranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Bundestag zu Bonn statt. Bis zum heutigen Tage wird im Bundestag am vorletzten Sonntag vor dem 1.Advent eine Gedenkfeier durchgeführt, mit dem Sprechen des Totengedenkens durch den Bundespräsidenten. Ferner sollen Kriegsgräberstätten die Erinnerung an das Grauen von Kriegen und das sinnlose Blutvergießen wachhalten.

Zu dieser Erinnerungskultur gehört auch der Ehrenfriedhof Oderbrück, dessen Pflege und Erhalt vom Nationalpark Harz durch das Gräbergesetz gesichert wird. Die Einrichtung an dieser Stelle bereits 1946 hat folgenden Hintergrund: Mitte April 1945 stießen US-amerikanische Truppen bei ihrem Vordringen Richtung Braunlage zwischen Torfhaus und Oderbrück auf heftigen Widerstand. Dabei fielen 90 deutsche Soldaten, ferner verloren 14 russische unbekannte Soldaten ihr Leben. Deren Anwesenheit hier vor Ort ist bisher noch immer nicht endgültig geklärt. Hingegen wurden die gefallenen US-Soldaten in ihrer Heimat begraben. Genaue Auskunft über das Geschehen geben verschiedene Schautafeln.

-HD-Video Lfzt. 6:30 Min.mit Erläuterungen
vom ehemaligen Kreisheimatpfleger K.G.Fischer

Seit 1945 gab es weltweit über 240 kriegerische Konflikte. Und es ist zu befürchten, dass aufgrund unterschiedlicher Ursachen die Zahl weiter steigen wird. Dazu ein Zitat von E.M.Remarque, dem Autor des Antikriegs-Bestsellers "Im Westen nichts Neues" ... klick

Kurzweil

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Es tut sich was...

Vor über einem Jahr starteten die aufwändigen Umbauarbeiten, an Ostern 2024 soll eröffnet werden: das ehemalige Feuerwehrhaus, im Volksmund auch Spritzenhaus genannt, wandelt sich zur Gaststätte der besonderen Art, wie unlängst in der GZ zu lesen war.

Jeweils 100 Plätze innen und außen sind vorgesehen, dazu eine riesige Dachterrasse mit „Roof-Top-Bar“ auf der überdachten Verbindung zwischen den beiden Gaststättenteilen, dem Altbau samt Schlauchturm und dem Neubau mit großzügiger Verglasung. Sitzen können die Gäste außerdem im Wintergarten, der am Altbau angebaut ist, mit Blick auf die Bode oder Richtung Stadt. Für den Altbau ist ein großer Selbstbedienungsbereich geplant, während im Neubau ein gutbürgerliches Restaurant mit Bedienbereich entstehen soll. Außerdem sollen Wohnungen für rund 30 Mitarbeiter im Komplex bzw. im derzeit leerstehenden Nachbargebäude eingerichtet werden.

Die Lage ist sehr gut gewählt. Falls die angestrebten Fachkräfte nicht zusammen kommen, wäre aus meiner Sicht eine Nutzung als Kantine für die Schüler der benachbarten Schule vorstellbar. Großer Vorteil neben der 1a Versorgung: Lernen fürs Leben! Denn jeder Schüler müsste Essen und Geschirr selbst holen und abräumen.

Interessantes vom Eishockey

In Kürze beginnt die neue Saison 2023/24 in der Eishockey-Regionalliga Nord. Mit dabei sind die Harzer Falken aus Braunlage. Insgesamt spielen 8 Mannschaften um die Meisterschaft.

An dieser Stelle werfe ich jedoch mal einen Blick auf die Anfänge des hiesigen Eishockeysportes. Offiziell sollte im Februar 1913 auf dem zugefrorenen Gondelteich im Kurpark unter der Organisation Berliner Eisvereine erstmals ein Eisfest samt Eishockeyspiel ausgerichtet werden. Sehr zur Freude von Einheimischen und Wintergästen. Plötzlicher Schneefall verhinderte allerdings die gute Absicht und die Veranstaltung fiel aus. Das vermittelt bereits einen Einblick in die Problematik von Natureis. Es musste vorher ordentlich frostig sein, damit das Eis der Belastung von Sportlern und Zuschauern stand hielt. Und es durfte nicht heftig schneien am Veranstaltungstag ... Ebenso war die Ausrüstung der meisten Schlittläufer noch sehr bescheiden, denn komplette Schlittschuh-Stiefel waren für weniger Betuchte finanziell kaum zu stemmen. Also wurden Kufen unter die Winterschuhe gekreckelt oder geschnallt. Ein gängiges Modell, das noch in den 50er Jahren unter Jugendlichen und Hobbyartisten weit verbreitet war. Allen Widrigkeiten zum Trotz etablierte sich ab 1919 ein flotter Spielbetrieb - Gegner vom WSV Braunlage waren zunächst andere Harzer Vereine.

Alles darüber und noch viel mehr erfährt der Interessierte in der umfangreichen Broschüre „Vom Eisteich zum Eisstadion“ von Heinz-Jörg Fulst. Detailreich und launig berichtet der Autor von der Entwicklung des Eishockey-Sports im Harz und speziell Braunlages bis in die heutige Zeit. Die Broschüre ist u.a. im Brlg.Museum erhältlich.

Ergänzung: Das Buch hat M.Ingo Fleischhauer angeregt, weitere Fakten und Informationen zum Harzer Eishockey in einem umfangreichen und vielschichtigen Wikipedia-Artikel zusammenzutragen.

Link: httphs://de.wikipedia.org/wiki/Eishockey im Harz

Braunlage im Fokus

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1) Es wird derzeit viel saniert und geteert in Braunlage. Seit Mai 2023 ist die evangelische Kirche verhüllt. Was passiert da gerade?
2) Was der Kirche recht ist, kann der Friedhofskapelle nicht verweigert werden ...
3) Friedhofskapelle als Filmkulisse - mehr dazu siehe 2)

Schmankerl

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Braunlager Platt

Der Braunläger Werner Bothe spricht über die Entstehung der Harzer Mundarten, volkstümlich auch „Platt“ genannt. Woher kommen sie, wie sind sie historisch zu erklären? (Video, bitte Foto anklicken)

Jahrzehntelang haben Werner und sein leider schon verstorbener Kompagnon Willi Heindorf das Braunlager Platt sprachlich gepflegt.

Ferner sorgten sie auf Harz-Heimatabenden mit ihren spaßigen Geschichten für Erheiterung bei Einheimischen und Kurgästen. Weitere Videos ihrer "Stippstöreken" und mehr Informationen zu den Harzer Dialekten sind auf meiner Seite „Platt in Braunlage“ zu finden.

In die Katogorie "Platt" gehört auch das Buch, das Dr. Rudolf Thomas aus Oberförster Ulrichs' Zettelkasten mit rund 16.000 Vokabeln verfasste. Eine umfangreiche Arbeit mit zusätzlichen interessanten Geschichten und Illustrationen aus früheren Zeiten. Zu erhalten u.a. im Museum Braunlage. Für mehr Info klick hier

Kaiserbad Bad Ems mit Denkmal und Museum

Im einstigen prachtvollen Kaiserbad wurde am 13.Juli 1870 Geschichte geschrieben. Der preußische König Wilhelm I. weilte zur Kur in Bad Ems, als ihn auf der Promenade der französische Botschafter Benedetti ansprach und ihm eine provokative Forderung seines Kaisers Napoleon III. überbrachte. Inhalt: Das preußische Königshaus sollte auf die spanische Thronfolge verzichten. Der König informierte daraufhin telegrafisch seinen Kanzler Bismarck. klick Diese sogenannte Emser Depesche sorgte infolge für weitere Verschärfungen auf beiden Seiten und gipfelte am 19.Juli1870 in der Kriegserklärung Frankreichs an Preußen. Nach dem preußischen Sieg gründeten 1871 in Versailles die süddeutschen Staaten zusammen mit dem Norddeutschen Bund das deutsche Reich und krönten König Wilhelm I. zum Kaiser.

Ein Gedenkstein auf der Kurpromenade von Bad Ems erinnert an den Ort dieser weitreichenden Begegnung klick -- Das Denkmal fällt jedoch im Vergleich zum Museum, das zu Ehren eines weiteren weltweiten Faszinosums hier eröffnet wurde, eher bescheiden aus.

Gemeint sind die Beatles. Sie hatten seit Anfang der 60er Jahre mit gigantischer Wucht, jedoch rein musikalischer Natur und in friedlicher Absicht, ebenfalls für eine revolutionäre Umwälzung in der Welt gesorgt. So verwundert es nicht, dass ihnen zu Ehren überall unzählige Exponate gesammelt werden. Auf Bad Ems wäre ich allerdings nie gekommen, hätte man mich nach dem Standort für eine umfassende Beatles-Ausstellung gefragt. Doch weit gefehlt: in unmittelbarer Nähe zum „Depeschen“-Denkmal eröffnete Axel Ketterer 2009 sein Beatles-Museum mit über 10.000 Exponaten …wow!
HD-Video - Lfzt. 6:15 Mi

Nachtrag: angeregt durch meinen Bericht schickte mir GISI ein Foto von einer Klassenfahrt 1971 der G9 nach Boppard, von wo aus sie einen Abstecher nach Bad Ems unternahmen.

Hörspiel erneut gesendet

Am 31.Juli 2023 wiederholte der Schweizer Rundfunk mein Hörspiel "Der Abendspaziergang" von 2019. Nach so relativ kurzer Zeit hätte ich das eigentlich nicht erwartet, umso mehr erfreute es mich natürlich. Für Interessierte: zum Nachhören den Reiter 'Rundfunk' anklicken oder hier diesen Link: Hörspiel

Windenergie versus Naturschutz

Der Harzer Wald steht seit Jahren unter gewaltigem Druck. Insbesondere der Borkenkäfer sorgte für ein flächendeckendes Baumsterben mit gewaltigen Auswirkungen. Inzwischen kann von Waldbestand im gewohnten Sinne nicht mehr die Rede sein. Und der noch existierende kärgliche Rest muss in Bälde wohl auch abgeholzt werden.

Weil zusätzliche Flächen für die Energiewende gebraucht werden, geraten die durch das Baumsterben entstandenen Freiflächen ins Visier zuständiger Behörden. Windräder statt Bäume. Eigentlich für das Harzgebiet absolut tabu, denn sie verhindern nach dem Kahlschlag unter anderem den Umbau zu einem widerstandsfähigen Wald als natürlichen Klimaschutz. Zumal die abgeholzten Waldflächen auch weiterhin Kohlendioxid binden und außerdem Regenwasser aufnehmen, das in den von Pestiziden unbelasteten Böden zu Grundwasser versickert.

Die allüberall zunehmende Bodenversiegelung stellt für mich ohnehin das größte Problem dar. Der tägliche Zuwachs versiegelter Flächen in Deutschland beträgt rund 30 Hektar = 30.000 Quadratmeter oder etwa 30 Fußballfelder. Das wirkt sich äußerst nachteilig bei Hochwasser aus. Dadurch drohen zukünftig noch schwerere Überschwemmungen, als wir sie jetzt schon in dicht besiedelten Gegenden erleben. Den Behörden ist die Problematik natürlich längst bekannt. Beispielsweise fallen im Privatbereich für versiegelte Flächen seit Jahrzehnten Gebühren an wie zB einer Terrasse, damit die Eigentümer die Versiegelung gering halten.

Für ein Windrad von 200 Meter Höhe beträgt der Aushub rund 2000 Kubikmeter. Dieser wird mit Beton verfüllt. Plus Zufahrtsweg werden am Ende etwa 400 qm Fläche versiegelt. Ferner wird eine gasisolierte Schalteranlage ins Windrad verbaut - mit fataler Nebenwirkung: der Stoff Schwefelhexafluorid = SF6 bewirkt von allen bekannten Subststanzen die stärkste Treibhauswirkung. Betrachtet mal allein nur diese Zahlen und Nebeneffekte, dürften Windparks in vorgeschädigten Gebieten wie dem Harz keine Zukunft haben.

Nachtrag Aug. 2024: Wie der Nabu informiert, werden inzwischen 52 Hektar täglich versiegelt. Statt weniger wird also mehr Fläche zubetoniert unter anderem aufgrund der Masseneinwanderung zur Schaffung von Wohnraum sowie weiterer Windparks.

Helmut Reichertz verstorben

Traurige Nachricht für alle, die mit dem Harzer Wintersport verbunden sind: Helmut Reichertz, die überragende Persönlichkeit des Braunlager Skispringens, verstarb überraschend am 2.Juli 2023 mit 83 Jahren. Jahrzehntelang prägte Helmut das Geschehen in seiner Sportart an vorderster Stelle mit. Höhepunkte seiner aktiven Laufbahn waren der zweite Platz bei der Deutschen Meisterschaft 1961 in Winterberg und die zweimalige Teilnahme an der Vierschanzentournee. Ob als Wettkämpfer oder als lizensierter Trainer: Helmut war immer mit Leidenschaft und vollem Einsatz bei der Sache. Unzählige Jugendliche erlernten in 55 Jahren (!) unter seiner Regie den Sprunglauf. Aber auch die Schanzenpflege oder die Erweiterung der Anlagen machte er erfolgreich zu seinem Anliegen. Dabei blieb Helmut im Umgang mit anderen Sportlern oder Funktionären immer uneitel und respektvoll.

Nun hat der „Herr der Schanzen“ seinen letzten Flug angetreten. Und genau an jenem Ort, wo er unzählige Stunden seines Lebens zugebracht hatte, nahm eine große Trauergemeinde am 7.Juli Abschied: im Auslauf der Brockenwegschanze.// Zum Videoporträt klick

Gisi's Kolumne

Gisi Rueben wartet mit einer weiteren Folge seiner Erinnerungen an die Braunlager Schulzeit auf. In der ersten Folge beschrieb er detailreich seinen Schulweg - vor allem die Marktstraße mit ihren Geschäften und Anwohnern. Heute schildert er Freud und Leid von Schulschwänzertagen ... klick

Am Rande notiert: zufällig traf ich unlängst Gisi's ältere Schwester Elka mit Partner bei ihrem Kurzbesuch in der alten Heimat. Manche Menschen hast du Jahrzehnte lang nicht getroffen - und bist doch umgehend in ein vertrautes Gespräch vertieft.

So geht heute mein Gruß aus der Heimat nicht nur nach Neuseeland zu Gisi und Familie, sondern auch zu Schwester Elka nach Berlin.

 Erfreuliche Zahlen

Im ersten Halbjahr besuchten insgesamt rd. 65.000 Besucher meine Webseite. Eine bislang nicht erreichte Zahl und ein Zuwachs zum vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres von 15 Prozent. Ich bedanke mich für das Interesse und freue mich natürlich, wenn der Trend anhält.

Ein bunter Strauß an Erinnerungen

Animiert von der Rückbetrachtung an dieser Stelle auf die bemerkenswerte Braunlager Kneipenszene in den 60er Jahren ("Stichwort Bermuda-Dreieck) schickte mir Wonny Wünsche - bekannt als vielseitiger Sprecher im Hörspielverein MTS - eine bunten Strauß von Fotografien aus dem Kindheits- und Jugendleben der Generationen nach Kriegsende bis ungefähr ????

Im Vergleich zu heute ist vieles kaum mehr vorstellbar, prägen doch technische und gesellschaftliche Verhältnisse im jeweiligen Zeitabschnitt die Heranwachsenden. Im Rückblick erfährt dabei die eigene Jugendzeit zumeist liebevolle Verklärung. Der Ernst des Erwachsenenleben lag noch in ferner Zukunft und konnte kraftvoll und optimistisch angegangen werden. Jetzt im Alter hingegen wird die Aussicht auf das Morgen oftmals von bangen Gefühlen begleitet (ein Beispiel klick).

Und so verwundert nicht, dass man gern an die heitere Kinder- und Jugendzeit erinnert wird, mit ihren guten Freundschaften, den gefüllten Bechern und dem Verliebtsein. (bitte Foto anklicken pdf.Datei)

Bermuda-Dreieck

Zu einem der beliebtesten Videos der letzten Jahre avancierte mein ausführlicher Bericht über den Untergang von Braunlages berühmtester Vergnügungsmeile der 60er Jahre. Fünf angesagte Lokale verteilten sich seinerzeit rund um die Kreuzung Herzog-Wilhelm-, Bahnhof- und Lauterberger Straße und trugen klangvolle Namen: „Herkuleskeller" oder "Achtermannkeller“, die „Quelle“ mit der Tanzbar „Neue Welt“, die Bierkneipe „Zur Wiederkehr“ sowie „Die letzte Station“. Nicht nur bei jungen Leuten galten diese Treffs als Oase fröhlicher Geselligkeit und alkoholischer Exzesse. Es gab seinerzeit wohl nur wenige Kneipengänger, die hier nicht mal versackten, in Havarien gerieten oder einfach absoffen! Ergo "Bermuda-Dreieck"! HD-Video - Lfzt. 11.Min.

Eine angesagte Beatband aus jener Zeit war die Braunlager Formation "The Vampires". Gitarrist Hansi Schnabel erinnerte sich 2015 an fetzige Zeiten...HD-Video - Lfzt. 14.Min. -- bitte jeweilges Foto anklicken

Rinder auf die Alm ...

In St.Andreasberg fand Anfang Juni wieder der traditionelle Austrieb des Harzer Höhenviehs im Rahmen des Wiesenblütenhoffestes statt. Auf teils sehr steilen Anstiegen treiben die Hirten und Hirtinnen ihre gehörnten Vierbeiner zum Bergbauernhof von Andreas Neigenfindt. Als diesjähriger Gemeindehirt bekam er vom Bürgermeister Langer feierlich den sogenannten Hirtengroschen überreicht. Bei schönstem Wetter sorgte ein bunt gemischtes Programm von Darbietungen für viel Abwechslung und Vergnügen. Musikalisch begleitet wurden die zahlreichen Gäste und Einheimischen unter anderem vom "Trio Harzwald". -- Bereits vor 10 Jahren begleitete ich den Kuhaustrieb mit meiner Kamera. --- (bitte Foto anklicken, Lfzt. 4:10 Min.)

Von Mark Twain zum Petersdom

Unlängst begegnete ich Mark Twain - welche Überraschung! Er verweilte auf einer Bank, umgeben von üppigem Grün im prallen Sonnenschein. Ich grüßte und fragte beiläufig, ob es ihm nich zu heiß würde ohne Schatten spendenden Baum. Freundlich lud er mich ein nebern ihm Platz zu nehmen, um selbst zu erfahren, wie angenehm es sich hier rasten ließe. Und so kamen wir ins Gespräch ... (Video 6.Min)

Die deutsche Stimme von Robert Redford

Nach vielen Jahren hatte ich mal wieder Lust, ein Hörspiel nicht nur zu schreiben, sondern auch selbst zu produzieren. Bereits beim Texten drängte sich meine Lieblingsstimme für die Rolle des Erzählers auf: Rolf Schult. Er war jahrzehntelang die ständige Synchronstimme von Robert Redford oder für weitere Filmgrößen wie Marlon Brando, Clint Eastwood und Anthony Hopkins, um nur einige zu nennen. Leider verstarb Rolf Schult vor Jahren. Doch hatte er seinem Sohn Christian nicht nur die Vorliebe für den Schauspielerberuf in die Wiege gelegt, auch beider Stimmen gleichen sich frappierend bis hin zur Verwechslung. Und so synchronisiert nun der Sohn statt des Vaters für Weltstars wie Robert Redford oder Anthony Hopkins. 

Gemäß meinem Grundsatz "nicht gefragt habe ich schon" bemühte ich mich um einen Kontakt. Ein nicht unwesentlicher Punkt dabei: ich kann mir zwar einiges kaufen, aber nicht alles leisten. Immerhin gehört der viel beschäftigte Christian Schult zur Elite deutscher Synchronsprecher. Doch der sympathische Schauspieler hörte sich meine Schwärmerei und mein Anliegen an und willigte ein, das Stück zu lesen. Und es gefiel ihm gut. So wurden wir uns schnell und für mich bezahlbar einig. Nach längerer Suche fand ich mit Matthias Ernst Holzmann, vielseitiger Sprecher von bekannten Markenprodukten und internationalen Buchbestsellern (z.B.von Matt Damon und Rüdiger Dahlke) das stimmige Pendant für die Hauptperson im Stück.

Am Ende erfüllte ich mir somit einen Herzenswunsch. Und jetzt präsentiere ich freudig auf meiner Webseite mit dem von mir erstellten Hörspiel das Ergebnis. c/Mai-2023 klick

Hexenjagd

Es gab Zeiten, in denen es kein Spaß war, wie zu heutigen Walpurgisfeiern beispielsweise, als Hexe bezeichnet zu werden. 2013 besuchte ich im Zinnmuseum Goslar eine Ausstellung über Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit. Im Mittelpunkt der Zinnfiguren-Präsentation standen einstige Hexenprozesse, wo unzählige Frauen aufgrund abstruser Vorwürfe verurteilt und verbrannt wurden.. bitte Foto anklicken - HD-Video Lfzt.3 Min.

Frühlingsgefühle

Ich muss hinaus, ich muss zu dir, - Ich muss es selbst dir sagen: - Du bist mein Frühling, du nur mir, - In diesen lichten Tagen.

Die Zeilen stammen aus dem Gedicht „Frühling und die Liebe" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.  Der Dichter hatte wohl das raue Klima des Oberharzes im Sinn, dachte ich bei mir, als ich seinen Vers las. Denn nicht dem Lenz galt sein Sehnen, wie ansonsten üblich nach kalten Wintertagen, sondern einem - mutmaßlich weiblichen - Wesen: „Du bist mein Frühling …"

Zum kalendarischen Frühlingsanfang herrscht im nördlichsten Gebirge Deutschlands zumeist über allen Gipfeln noch Ruh', da Nebel oder Schnee und Frost wie Scheibenkleister beharrlich in den dürren Ästen hängen. Beginnt das Frühjahr doch dem Kalender gemäß, folgt häufig ein nasser Sommer. Bereits als Kind verinnerlichte ich die besondere Aufzählung der Monate eines Oberharzer Jahres: Januar, Februar, März, April, April, April, April, April, April, Oktober, November, Dezember. (Der Wahrheit die Ehre: ich erinnere mich natürlich genauso gut an schöne Jahreszeiten)

Wieso schreibe ich das überhaupt? -- Ich möchte ein Kurzhörspiel präsentieren und benötige ein paar einleitende Sätze. Der Brückenschlag zwischen den Frühlingsgefühlen des Dichters und meinem Sketch besteht darin, dass dieser im 19.Jahrhundert zu  Lebzeiten  des Poeten spielt. Damals gab es noch klare Standesunterschiede zwischen der gnädigen Frau und dem dienstbaren Stubenmädel, das im Haushalt für die niedrigen Arbeiten zuständig und ansonsten ziemlich rechtlos war. Mithin wurde dessen Liebesleben nicht nur vom ausbleibenden Frühling beeinflusst, sondern zuweilen auch durch Widrigkeiten, die sich bei heimlicher Liebe in Dienstbotenkammern einstellen konnten. - Aber hört selbst! 

Grube Samson

Die Grube Samson in St.Andreasberg wurde erstmals im Jahr 1537 urkundlich erwähnt und galt lange als eines der tiefsten Bergwerke der Welt. Der Oberharzer Erzbergbau förderte insbesondere Edelmetalle wie Silber und Kupfer, aber auch sogenannte unedle wie Zink und Blei. Aus dem vergleichsweise sehr reinen Silber wurden vor Ort bereits im 16.Jahrhundert wertvolle Münzen geprägt, unter anderem der Reichstaler. Der Bergbaubetrieb wurde 1910 endgültig eingestellt.  

1950 eröffnete das historische „Bergwerkmuseum Grube Samson“. Ferner ist im Gaipel (Schachtgebäude) auch das weltweit einzige Harzer-Roller-Kanarienvogel-Museum zu besichtigen. Mit ihrem unverwechselbaren Gesang bei geschlossenem Schnabel (!) warnten die Vögel vor giftigen Gasen und Sauerstoffmangel. Viele Kumpels verdankten so ihr Leben dem tierischen Frühwarnsystem. Bei Youtube können einige Gesangsproben abgerufen werden.

1833 erfanden Harzer Bergleute die „Fahrkunst", eine Art Paternoster, mit deren Hilfe die Kumpels in die Tiefe gelangten und wieder empor - ein enormer Zeitgewinn bei der Ein-und Ausfahrt. (Bergleute "fahren", wenn sie gehen). Angetrieben wurde sie mit Hilfe eines „Kunstrads“, einem Wasserrad mit 12m Durchmesser, und dieses durch die Wasserkraft des Rehberger Grabens. 

Seit 2010 gehört die Grube Samson als Teil der Oberharzer Wasserwirtschaft zum Weltkulturerbe der UNESCO und zählt zu den bedeutendsten komplett erhaltenen Montandenkmälern Europas.

2016 nahm ich mit meiner Videokamera an einer Führung teil (bitte Foto anklicken). Doch so richtig spannend ist das Live--Erlebnis vor Ort. Der Besucher erkundet dabei die ganze Welt des Bergbaus mit vielen musealen Ausstellungsgegenständen bis hin zur Fahrkunstsimulation und einer beeindruckenden Besichtigungstour durch Schächte und Stollen. Sehr empfehlenswert.

Die Diebstahlsicherung

Vor etwa 25 Jahren wurde mir mein nagelneues Autoradio nächtens aus dem vor dem Haus geparkten Fahrzeug geklaut. Ich brachte den Raub zur Anzeige. Allerdings gab es mehrere Betroffene, deren Autos aufgebrochen waren, so wurde der Stuhl im Dienstzimmer der hiesigen Polizeistation nicht kalt. Ich musste eine Menge Angaben machen, soweit ich mich erinnere, und als wir fertig waren, fragte ich: Und wie gehts jetzt weiter? Was unternehmen Sie?

Wenig, war die Antwort, da es mutmaßlich die Tat einer mobilen Autoknackerbande ist. Insofern wäre eine Aufklärung reiner Zufall. Natürlich würde jede Anzeige aufgenommen mit dem Ziel der Aufklärung, doch am Ende fließen die Angaben nur in die Statistiken von Versicherungen ein. Na toll.  Im Nachhinein ärgerte es mich, dass ich statt eines Autoradios nicht eine Diebstahlsicherung eingebaut hatte.

Um den Verlust mental zu verarbeiten, schrieb ich einen Sketch über einen Autodieb. klick

Erinnerung an Heinz-Jörg Fulst

Am 8.März wäre mein guter Freund Jörg 65 Jahre alt geworden. Doch bereits im September 2016 erlag er nach einem längeren Leidensweg seiner schweren Krebserkrankung. Mit Jörg verlor seine Familie nicht nur den treusorgenden Ehemann und Vater, sondern auch die Stadt Braunlage einen engagierten Sohn.

Schon zu Schülerzeiten schrieb er Artikel und Reportagen für die Heimatzeitung. Diese Tätigkeit setzte er später noch Jahrzehnte als Nebenbeschäftigung fort. Nach erfolgreichen beruflichen Stationen einschließlich Selbstständigkeit übernahm er 2014 den Vorsitz der Museumsgesellschaft Braunlage. Mit der ihm eigenen Ambition und seiner Lust an Weiterentwicklung ging er diese Herausforderung an. Auch die schreckliche Diagnose Ende 2015 konnte seinen großen Eifer nicht stoppen.

Privat war Jörg durch und durch ein Familienmensch. Er hinterließ seine geliebte Ehefrau Brigitte und die beiden Kinder Volker und Corinna sowie inzwischen 3 Enkelkinder.

In meinem Nachruf klick anläßlich seiner Beerdigung beleuchtete ich noch einmal die Stationen seines Lebens. Unter Zeitzeugen ferner einige Videofilme an sein Wirken (bitte Foto anklicken).

Abschied von Kurt Zimmermann

Eckard "Ecki" Friedrich erinnert in seiner neuesten Erzählung an Kurt Zimmermann. Dieser erwarb sich mit seinem Wirken in den 50er und 60er Jahren hier in Braunlage große Anerkennung. Neben vielen Verdiensten erfreute er sich großer Beliebtheit, ob beruflich als progressiver Studienrat am hiesigen Gymnasium, als eifriger Ratsherr oder in seiner Eigenschaft als langjähriger WSV-Vorsitzender. 1968 erhielt er das Angebot, die Leitung des Gymnasium in Uslar zu übernehmen. Diese neue Herausforderung nahm der dynamische und tatkräftige Kurt Zimmermann mit Begeisterung an. Doch leider beendete ein Herzschlag mit nur 57 Jahren viel zu früh sein engagiertes Leben.

So steht auch der Abschied von Kurt Zimmermann im Focus von Eckis Erinnerung. Allerdings geriet die Anfahrt zur Beerdigung für die Braunlager Delegation zur skurillen, ja fast zur peinlichen Episode.(bitte Foto anklicken) Für mehr Erzählungen von Ecki klick hier.

Vom Wegschauen

Mit Freund Rolf sprach ich dieser Tage über den Vorgang der Sprengung der SB-Filiale in Torfhaus gegen 2 Uhr nachts. Was passiert, wenn es auf einmal fürchterlich kracht. Du schreckst vermutlich aus dem Schlaf hoch, weißt nicht, ob du geträumt hast, horchst, schaust aus dem Fenster. Und fällt dir nichts unmittelbar Verdächtiges auf, machst du dir erstmal keine weiteren Gedanken. Wird das Ausmaß der kriminellen Tat am nächsten Tag sichtbar, fällst du aus allen Wolken. Und fragst dich, wäre dir nächtens schon irgendwas aufgefallen oder eine Ahnung hätte dich beschlichen, wie hättest du reagiert: mutig, zaudernd, auf andere hoffend…?  

Er sei ebenfalls einmal in eine prekäre Situation geraten, erzählte Freund Rolf, und habe dies in einem Gedicht verewigt, verbunden mit einer Kindheitserinnerung. Es passt genau zum Thema, denn es geht um die Frage "wegsehen oder handeln", wenn Verbotenes oder Kriminelles passiert. Er trug sein Gedicht vor meiner Kamera vor, und als ich ihn anschließend fragte, ob es sich tatsächlich so abgespielt habe, quittierte er diese Frage mit einem feinen Lächeln...
für weitere Gedichte oder Videos plus Dossier über den Kartoffelanbau in Braunlage klick hier

Automatensprengung und Geiselnahme im Oberharz

Ich schaute ziemlich ratlos auf die Absperrung der B4 gleich hinter Bad Harzburg, als ich am Samstag, den 14.1. gegen 11 Uhr morgens Richtung Torfhaus fahren wollte. Kein Schneefall, also weswegen die Sperrung? Eine Nachfrage im Internet ergab den Hinweis: Torfhaus gesperrt wegen Polizeieinsatz. Welcher Art blieb erstmal verborgen.

Braunlage erreichte ich gegen 12 Uhr über Wernigerode … und erfuhr kurz darauf vom Beweggrund der Sperrung. Drei unbekannte Täter hatten gegen 2 Uhr nachts in Torfhaus den Geldautomaten der SB-Sparkasse im Harzressort gesprengt (klick), wobei die Detonation den kompletten Eingangsbereich verwüstete. Anschließend flohen die Täter mit ihrer Beute Richtung Braunlage. Im Kreiselbereich Ausfahrt B4 Hohegeiß rutschte ihr Fahrzeug vermutlich wegen Glätte von der Straße in den Graben und blieb liegen. Daraufhin setzten die Täter ihre Flucht zu Fuß fort und nisteten sich im leerstehenden Gebäudekomplex der ehemaligen Braunlager Polizeischule in der Tanner Straße 40 ein. Dort war es ihnen aber offenbar zu kalt und sie zogen sich in eine benachbarte Garage zurück. Morgens gegen 9 Uhr wollte deren ältere Besitzerin dort ihren Wagen holen und stand plötzlich drei maskierten Männern gegenüber. Als sie schockiert um Hilfe rief, hielten ihr die Täter den Mund zu, verfrachteten sie rabiat auf den Hintersitz ihres Autos, schnallten sie an und klemmten sie mit dem zurückgeschobenen Fahrersitz ein. Mit dem Fahrzeug samt Geisel flohen die Männer in Richtung Osterode.

Da jedoch ein Nachbar die Hilfeschreie gehört und die Polizei informiert hatte, konnten die Einsatzkräfte das Fahrzeug auf der B 243 in Herzberg stellen. Bei ihrer Festnahme leisteten die Geiselnehmer keinen Widerstand, die Beute aus der Sprengung hatten sie bei sich. Die zuständige Staatsanwaltschaft erklärte, dass eine solche Geiselnahme für Automatensprenger sehr ungewöhnlich sei. Die Täter, so war zu lesen, seien zwei 18jährige und ein 20jähriger mit marokkanischen Wurzeln und sollen einer gut organisierten Automatensprenger-Bande mit Sitz im niederländischen Utrecht angehören. Dort würden die Bandenmitglieder für ihre kriminellen Taten speziell „ausgebildet und trainiert“ werden.

Mein ganzes Mitgefühl gilt der Braunlagerin, die sich als Geisel den Männern ausgeliefert in Todesangst befand. Ich wünsche ihr, dass sie trotz des schrecklichen Erlebnisses baldmöglichst wieder in ihren Alltag zurückkehren kann und sie die belastenden Nachwirkungen nicht über Gebühr einschränken.

Letztes Jahr erstellte ich ein Video mit interessanten Details über Torfhaus, wobei unter anderem auch das Harzressort zu sehen ist. klick

Neue Hängebrücke

Seit etlichen Jahren werden immer neue Hängeseilbrücken über dichte Wälder, tiefe Täler oder Stauseen gespannt. Gern wird dabei ein Rekord aufgestellt: die höchste, die längste, der schönste Ausblick, die weiteste Sicht. Bereits 2017 wurde am Bodestausee nahe Rübeland eine solche Attraktion eingeweiht. Bis zu 210 Personen gleichzeitig können auf der stets leicht swingenden Brücke eine sensationelle Aussicht genießen oder bei Nebel ganz außergewöhnliche Sinneswahrnehmungen erleben. Wem der Spaziergang über den 120cm breiten Laufrost mit Blick in die Tiefe, gesichert durch das 130cm hohe Geländer mit Edelstahlnetzen, nicht ausreicht, für den besteht in der Brückenmitte die Möglichkeit zum GigaSwing: einen spektakulären Pendelsprung. 75 Meter freier Fall, Adrenalin in Höchstdosis. Wie es heißt: einzigartig in Europa. Siehe auch Video ...

Nun wollen die St.Andreasberger nachziehen und möglichst noch in diesem Jahr eine 555m lange Fußgänger-Hängeseilbrücke zwischen Brückenkopf Süd (Matthias-Schmidt-Berg) und Brückenkopf Nord (Beerberg) einweihen. Besucher könnten bei guter Sicht bis nach Osterode und Göttingen, auf den Brocken und den Wurmberg schauen. Durch viele Seile gesichert soll die Brücke trotz der enormen Länge wenig durchhängen und schwingen, barrierefrei und auch für Vierbeiner geeignet sein. Ein wenig Baumwipfelpfad-Feeling sei auch dabei, hieß es, und außerdem verbinde die Brücke geschichtliche Schauplätze wie den Bergbau-Erlebnispfad und beliebte Wanderwege miteinander. In Zeiten eingeschränkter Wintersportmöglichkeiten mangels Schnee dürfte sich die Investition in das attraktive und wetterunabhängige Bauwerks für die Alberti-Lift-Betriebe wohl auszahlen.

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"Die einzige dauerhafte Form irdischer Glückseligkeit liegt im Bewußtsein der Produktivität" (Carl Zuckmayer)