Als der Oberjägermeister am 25.Mai 1776 in Kopenhagen starb, ging ein rastloses und äußerst erfolgreiches Leben zu Ende. Geboren am 23.3.1669 in Oberstadt (Thüringen) und ausgebildet in Blankenburg (Harz) galt der Oberjägermeister schon bald als herausragender Experte im Jagd- und Forstwesen. Er setzte hierbei früh auf Nachhaltigkeit sprich einer geregelten Forstwirtschaft. Bedeutet ein Gleichgewicht zwischen Holzernte und Anpflanzung zu schaffen. Als "Vater der Nachhaltigkeit" gilt jedoch Hans Carl von Carlowitz (1648-1714). Dieser hatte in seinem Werk "Sylvicultera oeconimia" von 1713 erstmals eine nachhaltige Nutzung des Waldes gefordert.
1748 erhielt von Langen von seinem Dienstherrn Herzog Karl I von Braunschweig und zuständig auch für das Fürstentum Blankenburg den Auftrag, im Oberharzer Örtchen Braunlage und von Langen aus seiner Harzer Schaffensperiode bestens bekannt, den ersten Kartoffelanbau zu starten. Dessen Bevölkerung litt nach vielen Krisen unter großen Hungersnöten. Das Knollengewächs sollte helfen, die Grundversorgung zu sichern. Doch der ausgewählte Forstort Brandhai erwies sich aus unterschiedlichen Gründen als Flop. Mehr darüber ist im Dossier von Rolf Lüer nachzulesen.
von Langen, welcher stets von seinem jüngen Bruder Franz Philipp begleitet wurde, hatte zuvor erfolgreich in Ländern wie Norwegen und Dänemark den Aufbau des Forstwesens betrieben und betreut. Hierzulande erwarb er sich zudem als Wirtschaftsreformer große Achtung, gründete Torfwerke und Glashütten und initiierte die Fürstenberger Porzellanmanufaktur. Dies tat er übrigens mit hoher sozialer Kompetenz. Aufgrund seiner Initiativen entstanden Arbeitersiedlungen und es wurde eine Armenkasse gegründet, welche die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vornahm. Nach seinem Tode ehrten viele Ortschaften wie beispielsweise Treseburg, Boffzen oder Oberstadt den unermüdlich Schaffenden voller Respekt mit Gedenkstätten.
In Braunlage wurden gleich drei Denkmäler aufgestellt: im Brandhai, an der Steinklippe in der Kollie, sowie im Steinfeld für Franz Philipp. Und auch eine Straße trägt hier seit 1952 den Namen `von Langen".
Zum 250. Todestag am 25.Mai 2026 eröffnete das hiesige Heimatmuseum eine Ausstellung über die geniale Persönlichkeit. Übrigens erfährt das Braunlager Museum, inzwischen 110 Jahre alt, derzeit eine Frischkur. Museumsleiter Jörg Kühnhold und sein Team entwickeln attraktive Ideen, um mit einem modernen Wandel nebst digitalem Ansatz neue Besucheranreize zu schaffen. - Womit ich am Ende wieder bei der Nachhaltigkeit gelandet wäre...